Berufswelt Gesundheitsökonomie: Leitung Controlling einer Klinik

Steckbrief JuliaIm Gesundheitswesen gibt es zahlreiche verschiedene Studiengänge (z.B. Gesundheitsmanagement/ Gesundheitsökonomie, Pflegemanagement, Public Health) und noch viel mehr Berufsmöglichkeiten. Aber welche genau? Wir haben uns auf die Suche gemacht und mit Hilfe von Absolventen der unterschiedlichsten Gesundheitsstudiengänge zahlreiche Erfahrungsberichte zu Jobperspektiven zusammengetragen.

Ein großer Arbeitsbereich von Gesundheitsökonomen ist bekanntlich das Krankenhaus. Dort arbeitet auch Julia, Absolventin des Studiengangs Gesundheitsökonomie an der Uni Bayreuth. Sie leitet das Controlling einer Klinik innerhalb einer Kette eines privaten Klinikträgers und hat uns im Interview einen Einblick in ihr Berufsleben ermöglicht.




Liebe Julia, nach Ihrem Abitur haben Sie sich für den Studiengang Gesundheitsökonomie entschieden. Wie kamen Sie darauf? Was hat Sie an dem Studium und den Berufsperspektiven gereizt?

Interview Controlling in einer KlinikMeine Stärken lagen schon immer im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich, allerdings hegte ich auch seit Längerem ein Interesse am Gesundheitswesen. Da ich mich weder für die BWL, noch rein für die Medizin entscheiden konnte, recherchierte ich im Internet nach Möglichkeiten, beide Bereiche zu vereinen und bin schnell fündig geworden. Nach einigen Recherchen war für mich klar: Ich studiere Gesundheitsökonomie. Das Gesundheitswesen bietet ein breites Spektrum (Krankenhaus, Krankenkasse, Politik, Pharma, Reha, Altenheime und vieles mehr).

Da ich vor dem Studium noch nicht zu 100% auf einen festen Arbeitsplatz festgelegt war, reizten mich hier die vielen diversen Entwicklungsmöglichkeiten und die Komplexität des Gesundheitswesens.



Nach dem Studienabschluss haben Sie schnell Karriere gemacht und sind heute als Leiterin für das Controlling einer Klinik zuständig. Wie können wir uns Ihren Berufsalltag vorstellen?

Aufgaben Controlling in einer KlinikWährend des Studiums wurde mir persönlich klar, dass ich gern ins Krankenhaus möchte. Ich habe mit einem für heutige Zeiten recht klassischen Weg begonnen: einem Trainee-Programm.

In diesen zwei Jahren habe ich verschiedene Häuser und Abteilungen durchlaufen (Flexibilität ist extrem wichtig!) und konnte meine Stärken und Perspektiven herausarbeiten. So stand am Ende des Programmes fest, dass ich ins Controlling möchte. Nach einem knappem Jahr Controlling wurde mir ein eigenes Haus angeboten. Der Berufsalltag im Controlling ist recht abwechslungsreich. Das Aufgabengebiet umfasst die Koordination und Erstellung der Wirtschaftsplanung, die Erstellung von Monats- und Jahresabschlüssen sowie das monatliche Reporting inkl. Erstellung der Forecasts. Budgetverhandlungen mit den Krankenkassen und die Kommunikation mit den operativen Unternehmenseinheiten gehören ebenfalls zu Ihrem Tätigkeitsspektrum. Die Erstellung von Wirtschaftlichkeitsanalysen, Statistiken und ad-hoc-Abfragen sowie das Bearbeiten anspruchsvoller Projekte runden das Tätigkeitsbild ab. Ich persönlich finde es spannend, immer wieder neue Anfragen aus verschiedensten Bereichen zu erhalten, Routine, geschweige denn Langeweile, kommt da nicht auf.

Natürlich stellt gerade das Controlling eine sehr verantwortungsvolle Position dar, da die Entscheidungsträger auf Grundlage meiner Daten arbeiten. Sorgfalt ist hier oberstes Gebot.

Da man im Controlling auch immer an feste Zeitschienen gebunden ist, gibt es nicht immer geregelte Arbeitszeiten. Überstunden oder Wochenendarbeit lassen sich des Öfteren nicht vermeiden.



Wenn jemand Ihren Karriereweg einschlagen möchte – Was empfehlen Sie ihm/ ihr? Wie erreicht man das Ziel?

Tipp Studium Gesundheitsökonomie KarriereIch würde jedem empfehlen, schon während des Studiums Praxiserfahrung zu sammeln, das hilft ungemein bei späteren Vorstellungsgesprächen. Viele Traineeprogramme bereiten sehr gut auf spätere Führungspositionen vor, ich würde persönlich wieder damit ins Berufsleben starten.

Ansonsten zählt Fleiß, Flexibilität und natürlich Arbeitsqualität. Wichtig ist wirklich, dass man seine eigene Interessen im gewählten Arbeitsfeld auch widerfindet. Wenn der Job Spaß macht und einen fördert, ergibt sich alles andere meist ganz automatisch.