Beruf nach Public Health Studium: Referentin für eine Behörde

Steckbrief ReferentinMit einem Studium im Gesundheitsbereich gibt es ziemlich viele berufliche Möglichkeiten. Aber welche Jobs stehen einem denn konkret nach dem Studium wie Gesundheitswissenschaften bzw. Public Health offen? Wir haben Einblicke aus der Arbeitswelt direkt von Studienabsolventen erhalten.

Ihre Karriere hat Karolina mit einer Ausbildung zur Physiotherapeutin begonnen und sich somit von Anfang an für das Gesundheitswesen entschieden. Nach einem Bachelor in Health Sciences und dem Master Public Health an der Uni Maastricht ist sie heute als Referentin für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung tätig. Uns hat sie netterweise Einblicke in diesen Beruf ermöglicht.




Liebe Karolina, wie kamst Du damals nach der Schule zu dem Entschluss, dein Berufsleben im Gesundheitswesen zu starten? Und stand von vornherein fest, dass Du nach der Ausbildung noch studieren möchtest?

Warum Studium HEalth Science Public HealthIch habe mich bereits während der Schulzeit besonders für Themen wie Sport, Ernährung und Gesundheit interessiert und schon damals oft nicht verstanden, warum Menschen sich bewusst entscheiden, ungesund zu leben. Ein Studium kam für mich zunächst nicht in Frage, da ich gerne etwas Praktisches machen wollte. Da ich selbst oft beim Physiotherapeuten in Behandlung war, habe ich früh einen Einblick in diesen Beruf erhalten und fand schnell Gefallen daran.

Bereits während meiner Ausbildung erkannte ich jedoch, dass ich als Physiotherapeutin mit Menschen arbeiten würde, die bereits eine ungesunde Lebensweise führen und oft nicht bereit sind, ihre Gewohnheiten zu ändern. Durch diese Erkenntnis habe ich letztlich den Entschluss gefasst, Health Sciences in Maastricht zu studieren. Ich wollte lernen, welche Faktoren gesundes und ungesundes Verhalten beeinflussen und wie man Interventionen entwickelt, die ungesunde Verhaltensweisen verändert können.


Mittlerweile bist du als Referentin für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) tätig, die junge Leute ja z.B. von der Kampagne „Alkohol? Kenn dein Limit“ kennen. Wie sieht Dein Tätigkeitsfeld bei der BZgA aus?

Beruf Referentin BZgAIch bin in der BZgA als Referentin für das Thema „Organ- und Gewebespende“ tätig. Die BZgA hat in diesem Themenfeld einen gesetzlichen Aufklärungsauftrag. Das bedeutet, dass wir die Bevölkerung umfassend zum Thema informieren und Materialien kostenfrei bereitstellen müssen.

Ich arbeite in der BZgA, zusammen mit anderen Referenten, deshalb an Aufklärungskampagnen und Informationsmaterialien, wie Broschüren und Flyern. Da die BZgA bei einzelnen Themen Unterstützung braucht, nehme ich, wenn nötig, außerdem Kontakt auf mit anderen, im Themenfeld relevanten, Organisationen. Außerdem beantworte ich Bürgeranfragen zum Thema, die ich per Mail, Post oder Telefon erhalte und betreue die Studie, die die BZgA zum Thema Organ- und Gewebespende in Auftrag gibt. Das bedeutet zunächst, dass dieses Vorhaben genehmigt werden und anschließend öffentlich ausgeschrieben werden muss. Für die Durchführung einer Repräsentativbefragung können sich dann z.B. verschiedene Forschungsinstitute bewerben. Aus den unterschiedlichen Angeboten, die die BZgA von den Bietern erhält, suche ich dann das Wirtschaftlichste aus und das gewählte Forschungsinstitut kann in Abstimmung mit mir die Umfrage durchführen.

Solche Ausschreibungen nehmen immer viel Zeit in Anspruch, da die BZgA sich als Behörde immer an unterschiedliche Fristen halten muss. Wenn man mehrere Ausschreibungen betreut, muss man deshalb gut organisiert sein und die Zeitpläne der Projekte im Blick haben. Zu diesen Strukturen gehört auch, dass viele Schriftstücke verfasst werden müssen, die zur Abstimmung und Genehmigung von Projekten bzw. Vorhaben und zu Dokumentationszwecken notwendig sind.

Besonders schön ist es, wenn ich Bürgerinnen und Bürgern, die Fragen zum Thema oder ein Anliegen haben, behilflich sein konnte. Ebenso macht es Spaß, wenn ein Projekt nach langer Vorbereitungszeit endlich umgesetzt und von der Zielgruppe angenommen und sogar positiv bewertet wird.


Wenn jemand Deinen Karriereweg einschlagen möchte – Was empfiehlst Du ihm/ ihr? Wie erreicht man das Ziel?

Tipps Berufswahl GesundheitswesenMir persönlich hat die Ausbildung geholfen, mich erst einmal zu orientieren und praktische Erfahrungen (u.a im Umgang mit Menschen) zu sammeln. Diese Erfahrungen waren durchaus hilfreich für meinen heutigen Beruf. Ich bin dadurch souveräner und sicherer geworden.

Die Arbeit in einer Behörde setzt voraus, dass man eine gewisse Bereitschaft mitbringt, feste Strukturen und Hierarchien zu akzeptieren und zu lernen, sich an diese anzupassen.

Ich würde Studenten, die einen ähnlichen Karriereweg einschlagen möchten, empfehlen, sich durch Praktika erst einmal beruflich zu orientieren und etwas praktische Erfahrung zu sammeln. Dadurch erkennt man, ob man für bestimmte Bereiche geeignet ist. Und je mehr Erfahrungen man in einem speziellen Themengebiet nachweisen kann, desto eher kommt man für eine entsprechende Stelle in Frage. Außerdem sollte man heutzutage eine gewisse Flexibilität mitbringen. Denn je flexibler man ist, desto schneller findet man einen passenden Job, den man manchmal auch etwas länger (und weiter entfernt) suchen muss.