Die ersten Tage als Student(in)

Die Aufregung nimmt kein Ende: Auf die Suche nach dem passenden Studienplatz und das Bestehen des Bewerbungsverfahrens folgt meist nahtlos die Immatrikulation. Diesen Schritt in eine neue Phase bezeichnen viele rückblickend als eines der wichtigsten Ereignisse ihres Lebens. Da sich wohl die meisten Menschen freiwillig für das Studium entscheiden, ist es eine rundum positive Sache. Dennoch: Ein wenig mulmig kann einem angesichts der ersten Tage auf dem Campus schon werden – besonders, wenn sich die Hochschule in einer fremden Stadt befindet! Damit du dich schnell heimisch fühlst, haben wir hier die wichtigsten Tipps zusammengestellt.


Vorbereiten

Falsche Vorstellungen führen schnell zu Enttäuschungen. Wenn für dich „Studentenleben“ bedeutet, dass man in einer Stadt wie Heidelberg oder Göttingen studiert und Seminare mit einer überschaubaren Anzahl von Teilnehmern besucht, könntest du dich an einer Universität in einer Großstadt wie Hamburg schnell verloren und getäuscht fühlen. Daher ist es wichtig, dir vorab ein möglichst konkretes Bild deiner gewählten Hochschule zu machen – am besten durch einen persönlichen Besuch vor Semesterbeginn.

Informationen sammeln

Falls Du hierzu keine Gelegenheit hattest, helfen vielleicht Informationen aus dem Internet. Nicht nur die Internetseite der jeweiligen Hochschule kann dir diese liefern, sondern auch die Studenten dieser. In entsprechenden Foren kannst du Fragen an Studenten deiner favorisierten Hochschule stellen und deren Meinungen einholen. Dabei empfiehlt es sich, nicht nur mit einer Person in Kontakt zu treten, da deren Wahrnehmung subjektiv ist. Es gilt also: Verschiedene Meinungen führen zu einem realistischeren Bild und Eindruck der Hochschule.



Einführungsveranstaltungen

ESESpätestens bei den ersten Begrüßungsworten durch z. B. Vertreter der Fachschaften, ist die erste Unsicherheit meist verflogen. An vielen Hochschulen zeigt man sich kreativ bei der Eingewöhnung der Erstsemester. In der Regel gibt es mindestens eine große Einführungsveranstaltung – oft sogar ein mehrtägiges Programm. Achtung: Diese Veranstaltungen finden meist vor Semesterbeginn statt.

Auch wenn es verlockend sein kann, lieber noch einige Ferientage einzulegen – diese Gelegenheit solltest Du auf keinen Fall verpassen! Neben organisatorischen Informationen, die den Studienstart erleichtern, gibt es häufig ein abwechslungsreiches Kennlern-Programm, das u.a. eine Stadtführung oder eine Erstsemesterparty beinhalten kann.

Stadt, Campus & Leute kennenlernen

Einführungsveranstaltungen wie Stadtführungen oder Erstsemesterpartys können dir bei der Eingewöhnung in die neue Stadt und beim Kennenlernen neuer Leute und zukünftiger Kommilitonen helfen. Vor allem die Woche vor Vorlesungsbeginn, oft auch Orientierungswoche oder Ersti-Woche genannt, ist für eine Einleitung in dein neues (Studenten-)Leben in einer für dich vielleicht neuen Stadt vorgesehen.

Eine Gruppe von Studenten der Hochschule organisiert, plant und führt die Einführungswoche durch. Sie lassen sich besondere Aktionen einfallen, damit du und die anderen Erstsemester schnell möglichst viel erfahrt. So gibt es an einem Tag beispielsweise eine Rallye auf dem Hochschulgelände, an einem anderen dann eine Kneipentour und vieles mehr. Du siehst also: Diese Veranstaltungen können dir dabei helfen, dich auf dem Campus sowie in der Stadt, die dich die nächsten Jahre begleiten werden, zurechtzufinden.

Die Einführungswoche solltest du jedoch auch für persönliche Erkundungen nutzen. So kannst du zum Beispiel die besten und schnellsten Routen von deiner Unterkunft zur Hochschule herausfinden, in dem du diese einmal Probe fährst. Außerdem kannst du die Wege zum nächsten Supermarkt oder deiner favorisierten Diskothek ermitteln und dir Fahrpläne der Bus- und Bahnlinien besorgen. Tipp: Die Fahrpläne hängen meist in der Hochschule aus oder sind heutzutage darüber hinaus oft in einer Campus-App zu finden.

Passende Infos herausfischen

InfosManche Einführungsveranstaltungen richten sich an alle neuen Studentinnen und Studenten, andere zielen z. B. auf alle Teilnehmer des Bachelorstudiengangs Pflegewissenschaften. Bei den Großveranstaltungen kann es daher vorkommen, dass nicht alle erteilten Infos gleichermaßen auf jeden zutreffen.

Dennoch lohnt der Besuch, denn hier erfährst du beispielsweise auch Allgemeines über die Hochschule und siehst die Einrichtung auch mal aus einem anderen Blickwinkel. Oft wird dabei Infomaterial verteilt, etwa ein Lageplan mit den Räumlichkeiten der Uni oder eine Liste mit wichtigen Terminen. Falls du Broschüren wie diese nicht automatisch erhältst, solltest du im Hochschulsekretariat danach fragen oder dir diese von der jeweiligen Homepage herunterladen – du wirst sie noch wertschätzen!

Auf Vorbereitungskurse achten

Je nach Studiengang können auch spezielle Kurse interessant oder gar Pflicht sein, die auf das Studium vorbereiten – so zum Beispiel Sprachkurse oder Kurse, in denen das Grundwissen in Fächern wie Mathematik aufgefrischt werden können. Falls solche Kurse an die Zulassung zum Studium gebunden sind, wirst du es sicher bereits erfahren haben. Möglicherweise gibt es aber auch noch den einen oder anderen freiwilligen Kurs, der dich weiterbringen kann.

Fachschaften kontaktieren

Wenn du dich schon ein wenig in Internetforen zum Thema Studienstart umgesehen hast, bist du diesem Begriff wahrscheinlich bereits begegnet. Die Unterstützung der Fachschaften wird dort oft lobend erwähnt, und dies zu Recht: Die Vertreter aus höheren Semestern wissen noch genau, wie es ihnen selbst zu Studienbeginn ergangen ist und helfen den „Erstis“ in der Regel gerne weiter.

Laut der Definition gehören zur Fachschaft übrigens alle Studenten eines Instituts, einer Fakultät oder eines Fachbereichs – also auch du selbst, sobald du die Hochschule besuchst. Mit deiner Immatrikulation wirst du in den meisten Bundesländern automatisch Mitglied der jeweiligen Fachschaft. Oft betreiben diese Instanzen eine eigene Homepage. Die Fachschaft Gesundheitswissenschaften der Universität Osnabrück beispielsweise ist unter www.fachschaft-gesundheit-os.de zu finden.




Wohnungssuche

Spätestens nachdem du dich an der Hochschule deiner Wahl eingeschrieben hast, brauchst du eine Wohnung in der Hochschulstadt – wenn du nicht schon dort wohnst. Diese Suche ist recht schwierig. Jedes Halbjahr zum Semesterbeginn hört man, dass akuter Wohnungsmangel in den typischen Universitätsstädten herrscht. Inzwischen hat sich dieses Problem aber auch auf die kleineren und nicht so populären Hochschulorte übertragen. Deshalb heißt es natürlich: So rechtzeitig wie möglich mit der Wohnungssuche anfangen!

WohnungssucheDas ist jedoch oft leichter gesagt als getan. So zum Beispiel, wenn du erst im Nachrückverfahren zum Studium zugelassen wurdest oder dich erst in letzter Minute für eine bestimmte Hochschule entscheidest. In solchen Fällen sollte dir klar sein, dass die besten und auch die meisten Wohnungen schon vergeben sind. Dazu kommt, dass manche Vermieter nicht gerne Studenten als Mieter sehen. In Großstädten wie Hamburg oder München wird dies zwar nicht der Fall sein – hier kann dir jedoch der ohnehin schon schwierige Wohnungsmarkt zu schaffen machen.

Halte durch und gibt nicht auf – es wird sich früher oder später was finden. Und wenn es vorläufig eine Schlafcouch bei einem Kommilitonen ist oder du vorerst pendeln musst. Bewirb dich nebenher beim Studentenwerk deiner Hochschule für einen Platz in den Studentenwohnheimen und guck im Internet in Portalen, die extra auf eine Wohnungsvermittlung von Studenten ausgelegt sind – wie z.B. www.studenten-wg.de oder www.wg-gesucht.de. Dort findest du alternativ auch eine vorläufige Unterkunft als Zwischenmieter – so hast du zwar noch keine eigenen vier Wände aber ein Dach überm Kopf, bis du eine eigene Bleibe gefunden hast. Zudem findet sich auch oft ein Zimmer durch Mundpropaganda. Frag einfach jeden, den du neu in deiner Studentenstadt kennenlernst, ob er oder sie jemanden kennt, der ein freies Zimmer in der WG hat oder bald sein Studium beendet oder wegzieht.

UmzugTipp:
Falls du keine Bleibe finden solltest, finde zunächst eine Alternative. Du kannst aber sicher sein, dass sich in den Monaten nach Semesterbeginn wie Dezember, Januar oder Juni und Juli neue und mehr Möglichkeiten bei der Wohnungssuche ergeben. In diesen Monaten suchen nicht allzu viele (zukünftige) Studenten eine Bude, weil es ihnen zu früh erscheint. Dies ist aber ein Trugschluss. Viele Absolventen stellen dann schon ihre freien Zimmer oder Wohnungen in Immobilienportalen ein, sodass ein Nachmieter zum Semesterbeginn gefunden ist.

WG, Wohnheim oder Wohnung?

Diese drei Optionen bieten sich in der Regel, und jede hat so ihre Vor- und Nachteile. Das Leben in einer Wohngemeinschaft ist für viele die schönste und spannendste Möglichkeit. Man ist nicht allein, teilt Küche, Wohnzimmer und Bad mit anderen, was Kosten spart. Ähnlich verhält es sich in Studentenwohnheimen – mit einem entscheidenden Unterschied: Während sich die Hauptmieter von WGs ihre Mitbewohner aussuchen, um zu sehen, ob man zueinander passt, findet sich in den Studentenwohnheimen eine bunt zusammengewürfelte Mischung von Leuten, die sich vorher meist nicht einmal kennengelernt haben. Das kann natürlich auch besonders interessant sein.






Umzug

Falls du bereits ein Zuhause gefunden hast, steht der Umzug an. Vielen graut es bei dem Gedanken an diesen. Doch mit ein paar Tipps und Tricks bringst du auch diesen schnell über die Bühne.

  • Helfer

    Ein Umzug gestaltet sich in der Regel einfacher, wenn du ein paar engagierte Helfer zur Verfügung hast. Als Gegenleistung kannst du ihnen beispielsweise kostenlos Speis und Trank oder eine Einweihungsparty in Aussicht stellen. Ein bisschen Motivation hat noch niemandem geschadet und im Sinne des Anstands solltest du an das „Eine Hand wäscht die andere“-Prinzip denken.

  • Vor-Verpacken

    Wenn du weißt, dass du in den nächsten Tagen umziehst, solltest du alles schon mal schön verpacken. Am einfachsten geht es mit Umzugskartons oder ähnlich großen, viel Volumen tragenden Behältern. Auch das Kennzeichnen der Behälter, die am besten mit einer Aufschrift versehen sind, was in diesem Behälter ist bzw. wo dieser in der neuen Wohnung abgestellt werden sollte, ist sehr empfehlenswert. Mit allem gut verpackt, ist es einfacher für dich und deine Helfer, den Umzug schnell zu meistern.

  • Transport-Fahrzeug(e)

    Für einen schnellen Umzug empfiehlt sich auch ein großes Fahrzeug, in dem im besten Fall alle Kartons, Möbelstücke und weitere Utensilien untergebracht werden können. So sparst du dir die Zeit des mehrfachen Hin-und-Her-fahrens. Alternativ kannst du dein Hab und Gut aber auch auf mehrere Autos verteilen, falls du viele Helfer mit einem solchen hast. Wenn du dir einen Transporter mieten möchtest, solltest du nicht nur die großen Anbieter in Betracht ziehen, sondern auch auf Carsharing-Möglichkeiten oder Angebote von Studenten für Studenten achten.


Hochschulsport & Co.

HochschulsportBei all dem Lernen darf der Ausgleich nicht zu kurz kommen. Obendrein sind Aktivitäten und Hobbys eine hervorragende Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und sich mit Menschen auf anderen Ebenen auszutauschen. Wirklich empfehlenswert ist hier der Hochschulsport.

Besonders die größeren Bildungseinrichtungen bieten oft ein Programm an, das kaum Wünsche offen lässt. In Hamburg kannst du sogar Gerätetauchen lernen oder einen Segelkurs auf der Außenalster machen. Der monatliche Kostenbeitrag ist dem knappen Budget der Studierenden natürlich angepasst, wobei die materialintensiveren Kurse meist mehr kosten. Wer in einer neuen Stadt studiert, sollte die Gelegenheit nutzen, diese ausgiebig zu erkunden. Es tut gut, sich auch einmal außerhalb des Campus zu bewegen.

Hilfe und Unterstützung

HilfeAuch beim Beratungsbedarf haben sich die Hochschulen auf die Bedürfnisse der Studierenden eingestellt. Neben der zentralen Studienberatung gibt es Ansprechpartner an den einzelnen Fakultäten. Falls du dich in einer besonders schwierigen oder herausfordernden Lebenssituation befindest, kannst du dich an spezielle Stellen wenden wie zum Beispiel das Familienbüro, Frauenbeauftragte oder die Beratung für Studierende mit Behinderungen.

Auch für besondere organisatorische Fragen gibt es meist eine eigene Anlaufstelle, etwa das Semesterticketbüro oder die Beratungsstelle des Allgemeinen Studierenden Ausschusses (AStA). Letzterer ist übrigens die politische Vertretung der Studenten und damit auch eine Möglichkeit, sich selbst zu engagieren. Beim Berufseinstieg nach dem Studium stehen der Career Service und die Berufsinformationszentren zur Seite.