Studium Soziale Arbeit – Alle Infos zum Studiengang (Bachelor und Master)


Welcher Studiengang macht mich zu einem Problemlöser für die (sozialen) Probleme anderer? Hast du dir auch schon mal genau diese Frage gestellt? Wenn ja, dann könnte das Studium Soziale Arbeit deine Chance sein, dem Job als Problemlöser ein großes Stück näher zu kommen. Denn Ziel des Studiengangs Soziale Arbeit ist es, Hilfebedürftige so zu unterstützen, dass sie in der Lage sind ihre Probleme selbst zu lösen und ihr Leben (wieder) in geordneten Bahnen verläuft.


Das Studium richtet sich vor allem an Bewerber, die neben Kommunikationsgeschick ein hohes Maß an Empathie mitbringen und über eine stabile Psyche verfügen. Denn die Beratung gehört zu den Hauptaufgaben nach dem Studium – und da reicht das (theoretische) Wissen aus dem Studium allein nicht aus.

Was ist Soziale Arbeit? Definition des Fachbereichs

Definition Soziale ArbeitSeit den 1990er Jahren dient der Begriff „Soziale Arbeit“ als Oberbegriff der Fachrichtungen Sozialpädagogik und Sozialarbeit. Erst 2001 wurde Soziale Arbeit durch die Hochschulrektorenkonferenz und die Kultusminister in Deutschland als Fachwissenschaft anerkannt. Hier lagen wir hinter den Hochschulen anderer europäischer und außereuropäischer Staaten weit zurück. Denn dort wird Soziale Arbeit schon seit Jahrzehnten als eigenständige Wissenschaft anerkannt und es existieren zahlreiche Forschungsprojekte und Lehrstühle.

Im Mittelpunkt der wissenschaftsfundierten Arbeit des Fachbereichs „Soziale Arbeit“ steht das Lösen von sozialen Problemen sowie diese Probleme zu mildern oder sogar gänzlich zu vermeiden.

Es geht zum Beispiel darum, benachteiligte Menschen im Alltag zu unterstützen und sie dazu zu befähigen, ein weitestgehend normales Leben führen zu können. Dazu gehört auch, dass die Soziale Arbeit für einen Abbau gesellschaftlicher Benachteiligungen und dementsprechend für mehr soziale Gerechtigkeit kämpft. Kurzum: Die Soziale Arbeit will Probleme lösen.


Der Studiengang Soziale Arbeit

Einrichtungen der Sozialen Arbeit und der Gesundheitswirtschaft sind auf qualifizierte, akademisch ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Daher werden den Studierenden im Studiengang Soziale Arbeit die Kenntnisse vermittelt, die sie sowohl zum wissenschaftlichen als auch verantwortungsvollen, professionellen Arbeiten in diesen Branchen befähigen.

Die Ausprägungen im Studium der Sozialen Arbeit können unterschiedlich ausfallen. Einige Hochschulen legen den Studiengang breit gefächert an, ohne gesonderte Spezialisierungsmöglichkeiten. Andere bieten die Chance schon während des Studiums eine Spezialisierung für die spätere Berufswahl auszuwählen. Wieder andere Hochschulen haben Studiengänge aus dem Bereich der Sozialen Arbeit im Programm, die sich von Beginn an speziell nur mit Sozialpädagogik oder Sozialarbeit befassen. Damit du einen guten Überblick der verschiedenen Wahlmöglichkeiten und Ausrichtungen des Studiums bekommst, stellen wir dir nachfolgend die Besonderheiten des Studiengangs Soziale Arbeit vor.

In diesem Zusammenhang wird häufig die Frage gestellt, ob der Studiengang Soziale Arbeit das ältere Sozialpädagogik Studium ersetzt. Im Artikel “Unterschiedlicher Name, gleicher Inhalt? Sind Sozialpädagogik und Soziale Arbeit identisch?” gehen wir ausführlich auf diese Frage ein.


In Deutschland wird der Studiengang Soziale Arbeit vor allem an Fachhochschulen angeboten. Darunter sind viele Fachhochschulen in kirchlicher Trägerschaft, z.B. die Katholische Fachhochschule Mainz oder die Evangelische Fachhochschule Nürnberg. Mit Hinblick auf den beruflichen Einstieg stehen hier natürlich die verschiedenen sozialen Einrichtungen der Kirche im Fokus, für die stetig qualifiziertes und gut ausgebildetes Fachpersonal gesucht wird.

Neben Fachhochschulen bieten auch einige Universitäten Studiengänge im Bereich Soziale Arbeit, Sozialpädagogik oder Sonderpädagogik an.

Im Unterschied zur Ausbildung an einer Fachhochschule, hat das Studium an einer Universität häufig einen verstärkt wissenschaftlich orientierten Hintergrund. Der Zugang zum Thema ist daher nicht selten weniger praktisch ausgerichtet, als an einer FH. Das ist natürlich nicht für jeden etwas und sollte bei der Auswahl der Hochschule berücksichtigt werden.

Immer häufiger werden Studiengänge aus dem sozialen Bereich auch als duales Studium oder berufsbegleitend bzw. als Fernstudium angeboten. Wer also neben dem Beruf Soziale Arbeit studieren möchte oder parallel zum Studium einen Ausbildungsabschluss anstrebt, hat hier inzwischen verschiedene Möglichkeiten.




Einen schönen Einblick in das Studium Soziale Arbeit gewährt das Imagevideo der Ostfalia Hochschule.

Exkurs: Unterschied Soziale Arbeit und Sozialpädagogik

SozialpädagogikSind Soziale Arbeit und Sozialpädagogik ein- und dasselbe? Unter Studienbewerbern wird in Internetforen über dieses Thema heiß diskutiert. Kein Wunder, dass das Thema viele Bewerber verunsichert und viele irritiert sind, wenn es an den Hochschulen nur um Soziale Arbeit und nicht mehr um den Studiengang Sozialpädagogik geht. Ob letztgenannter Studiengang ausgestorben ist oder nicht, das klären wir nachfolgend.

Soziale Arbeit und Sozialpädagogik wurden zusammengefasst

„Die Begriffe können mittlerweile synonym verwendet werden,“ sagt Jörg Stäcker, Studienberater der Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie in Hamburg. Die Einrichtung, die seit 1971 Sozialpädagoginnen und -pädagogen ausbildet, bietet mittlerweile den Studiengang „Soziale Arbeit und Diakonie“ an, als Bachelor und Master mit verschiedenen Schwerpunkten. Und auch der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH) mach t deutlich, dass die Sozialpädagogik als Teilbereich der Sozialen Arbeit zu verstehen ist, denn der Verband bezeichnet sich als „Fachverband, Gewerkschaft und Berufsverband für Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Heilpädagogen und Erzieher“.

Häufig wird die Egalität von Sozialpädagogik und Sozialer Arbeit mit der Umstellung auf die neuen Abschlüsse begründet. Laut Stäcker ein Trugschluss. „Mit der Bologna-Reform hat dies nichts zu tun“. Ausschlaggebend sei vielmehr das Gesetz über die Anerkennung von Sozialpädagogen und Sozialarbeitern, nach dem diese beiden Berufe gleichgestellt sind. Im Zuge der Reform sind allerdings viele Studiengänge umbenannt worden bzw. neu entstanden, sodass ein indirekter Zusammenhang bestehen dürfte.

Auch bei der näheren Betrachtung des begrifflichen Ursprungs kann das Zusammenfassen der beiden Fachbereiche vielleicht noch einmal deutlich werden. Während der Begriff Pädagogik sich vom Griechischen paidagogía ableitet, was für Erziehung und Unterweisung steht, ist der Begriff soziale Arbeit ein viel weiträumig gefasster Begriff. Er betrachtet nicht nur die pädagogischen Aufgaben, sondern alle Aufgaben im sozialen Miteinander. Dementsprechend umfasst er auch die Sozialpädagogik. Es wurde also letztlich wieder zusammengeführt, was sowieso zusammengehört. Dabei wurde auf die eher spezialisierten Studiengänge der Sozialpädagogik verzichtet und der Fokus auf die Ausbildung von Generalisten gesetzt.

Auf der Suche nach der Sozialpädagogik

Was ist SozialpädagogikMit einem Blick in unserer Studiendatenbank oder die Ergebnislisten der einschlägigen Suchmaschinen stellst du fest, dass auch die Suche nach „Sozialpädagogik studieren“ oder „Studium Sozialpädagogik“ nicht ins Leere führt. Der Studiengang ist keineswegs komplett verschwunden; häufig aber nur noch in abgewandelter Form zu finden: An der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) wird z. B. der Bachelor-Studiengang „Sozialpädagogik & Management“ angeboten. Die Ev. Hochschule für Soziale Arbeit Dresden (FH) wiederum vereint die Begriffe im Studiengang „Sozialarbeit/ Sozialpädagogik“.

Das Gros der Suchergebnisse endet dann aber doch wieder beim Studiengang Soziale Arbeit. Doch hier sollte man sich als Suchender nach der Sozialpädagogik nicht sofort abschrecken lassen und zum nächsten Suchergebnis springen, denn: Die Sozialpädagogik versteckt sich gern. Und zwar im Studium Soziale Arbeit. Hier ist sie häufig als Schwerpunkt oder fester Teilbereich des Studiengangs zu finden. So zum Beispiel bei der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg): Hier können Interessierte zwischen dem Bachelor-Studiengang „Soziale Arbeit“ und dem Studiengang „Bildung und Erziehung in der Kindheit“ wählen. Letzterer setzt besonders pädagogische Schwerpunkte. Er vermittelt „einen berufsqualifizierenden Abschluss für alle Arbeitsfelder, in denen professionell mit Kindern bildend und erzieherisch gearbeitet wird und/oder Familien professionelle Unterstützung bei Erziehungsfragen und bei ihrer Alltagsbewältigung erhalten“, teilt die Hochschule auf ihrer Homepage mit. Als mögliche berufliche Einsatzbereiche sind unter anderem Kindertageseinrichtungen, Familienhilfezentren und -bildungsstätten, Elternschulen und Grundschulen aufgeführt.

Auch der Bachelor-Studiengang „Soziale Arbeit“ der HAW Hamburg enthält pädagogische Anteile. Er vermittelt einen berufsqualifizierenden Abschluss als Sozialarbeiterin/ Sozialpädagogin bzw. Sozialarbeiter/ Sozialpädagoge. Der Unterschied Soziale Arbeit – Sozialpädagogik aber wird durch das Tätigkeitsfeld deutlich: Dieser Studiengang qualifiziert zwar auch für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien. Er zielt aber ebenso auf die Arbeit mit „älteren Menschen, in Kultur- und Stadtteilzentren, im Bereich von Migration, Resozialisierung und sozialer Teilhabe, beruflicher Reintegration sowie mit psychisch kranken Menschen, Abhängigkeitskranken und Menschen mit Behinderungen. Zu den Inhalten beider Studiengänge gehören Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Psychologie, Sozialwissenschaften und Recht.

An der Freien Universität Berlin gibt es einen Arbeitsbereich Sozialpädagogik. Dort sind die sozialpädagogischen Studienangebote Teil des erziehungswissenschaftlichen Bachelor-Studiengangs „Erziehung, Bildung und Qualitätsentwicklung“ sowie des Master-Studiengangs „Bildungswissenschaft“. Dies alles mag zunächst etwas verwirrend erscheinen, doch es ist eigentlich ganz einfach: Manche Studiengänge konzentrieren sich nach wie vor mehr auf den erzieherischen Aspekt, während andere auf die Sozialarbeit im Allgemeinen zielen.

Unterschiede von Soziale Arbeit und Sozialpädagogik in der Praxis

Aufgaben SozialpädagogikSozialpädagogen arbeiten unter anderem in Kindertagesstätten. Sie können aber auch Aufgaben als z. B. Familienhelfer übernehmen: Diese Experten unterstützen Kinder überforderter Eltern etwa bei Verhaltensauffälligkeiten oder Schulproblemen. Dabei geht es natürlich auch um Erziehungsfragen und Ratschläge, wie bestimmte Verhaltensweisen verbessert werden könnten. Familienhelfer stehen im Kontakt mit dem Jugendamt, das wiederum für Fragen rund um das Sorgerecht zuständig ist. Ein Streetworker hingegen, der sich beispielsweise um erwachsene Drogensüchtige kümmert, hat andere Aufgaben. Er wird zwar auch intensive Gespräche mit seinen Schützlingen führen, mit dem Ziel, diese auf den richtigen Weg zu bringen. Im Vordergrund aber steht die Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags: Hilfe bei Behördengängen, der Arbeits- und Wohnungssuche oder die Begleitung zur Suchtberatungsstelle. Sozialarbeiter kümmern sich also um sozial Benachteiligte sowie um Menschen, die sich in schwierigen Lebensverhältnissen befinden.
Erziehen und Unterstützen

Noch deutlicher wird der Unterschied bei der Arbeit mit Menschen, die eine Behinderung haben: Hier geht es darum, jemanden, der z. B. im Rollstuhl sitzt, zu unterstützen ‒ und nicht darum, ihn zu erziehen ‒ es sei denn, es handelt sich etwa um die Arbeit in einem Kindergarten für junge Menschen mit Behinderungen. Für Jörg Stäcker ist es nur ein scheinbarer Widerspruch zum Begriff Sozialpädagogik. Vielmehr spiele hier besonders die Silbe „päd“ / griechisch: pais („das Kind“) eine Rolle. „Es bedeutet im übertragenen Sinne, sich um einen Menschen zu kümmern“, sagt der Hamburger Studienberater. Damit wird deutlich, wie stark beide Bereiche miteinander verwoben sind. Auch aus diesem Grund wurden sie vielfach im Studiengang „Soziale Arbeit“ zusammengefasst.


Fazit: Soziale Arbeit ist ein Oberbegriff

„Die soziale Arbeit ist ein Oberbegriff“, bestätigt Barbara Braun-Schönwandt vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) in Frankfurt am Main. „Er umfasst verschiedene Tätigkeitsfelder, unter anderem den der Sozialpädagogen“. Es ist also bei einem Studium in diesem Bereich besonders wichtig, sich genau zu informieren. Die Inhalte der Studiengänge sind teilweise unterschiedlich bzw. es werden besondere Schwerpunkte gesetzt. Auch die Bezeichnung des Abschlusses kann variieren und zum Beispiel „Sozialarbeiterin B.A.“ oder „Sozialarbeiterin/ Sozialpädagogin B.A.“ lauten. Es heißt zwar, dass dies am Ende keine Rolle spielt und einem grundsätzlich alle Bereiche der sozialen Arbeit offen stehen. Doch wie bei allen Wahlmöglichkeiten gilt es hier genauer hinzusehen, da auch feine Unterschiede zwischen den Studiengängen Soziale Arbeit und Sozialpädagogik bzw. sogar innerhalb des gleichen Studiengangs durchaus relevant für den persönlichen Weg sein können.

Nach dem Studium: Berufsfelder und Tätigkeiten im Bereich Soziale Arbeit

Berufsfelder Soziale ArbeitMenschen zu helfen, die mit ihrer aktuellen Lebenssituation überfordert sind oder deren Lebensweg durch verschiedene Einflüsse ins Wanken geraten sind, zählt zu den Hauptaufgaben von Sozialarbeitern und Sozialpädagogen. Als Absolvent eines Studiums der Sozialen Arbeit ist man hauptsächlich in einer beratenden Funktion tätig: Man hilft Menschen so, dass sie ihre Probleme selbst lösen können. In dieser Funktion sind sie Experten für verschiedene Gruppen und häufig in einem Bereich spezialisiert. Hierzu zählen z.B. Obdachlose, Drogenabhängige oder psychisch Kranke.

Daneben übernehmen Sozialarbeiter und Sozialpädagogen auch Aufgaben in Beratungsstellen, an Schulen oder in Kindergärten/Kindertagesstätten. Auch im thematischen Feld Flüchtlingspolitik sind Absolventen des Studienbereichs Soziale Arbeit oder verwandter Disziplinen zu finden. Auch ein beruflicher Schwerpunkt im Management-Sektor oder Personalwesen ist nicht unüblich; darauf bereitet das Studium ebenfalls vor. Denn wie im Punkt Studieninhalte (LINK) bereits erläutert wurde, ist das Studium der Sozialen Arbeit äußerst vielschichtig und offenbart Inhalte, die viele Studienbewerber in diesem Fach nicht vermuten – umso größer ist die Überraschung, wenn der Stundenplan mit Veranstaltungen aus Wirtschaft, Politik, Soziologie und Recht gespickt sind.

Das Berufsfeld ist also nicht auf die reine Beratung beschränkt. Je nach persönlichem Wunsch oder der Ausrichtung im Studium sind folgende Einsatzbereiche denkbar:
Einsatzbereiche Soziale Arbeit

  • Jugendzentren und Einrichtungen der stationären, teilstationären, wie ambulanten Jugendhilfe (z.B. Mutter-Kind-Heime und betreute Wohngemeinschaften)
  • Beratungsstellen
  • Städtische Einrichtungen (z.B. Jugend- und Sozialämter)
  • im Bereich der Behindertenhilfe
  • im Bereich der Suchthilfe
  • Kindertageseinrichtungen und Familienzentren
  • im Bereich der Schulsozialarbeit
  • Personalabteilungen in Unternehmen aller Branchen
  • Betriebliche Sozialarbeit

Einen kleinen Einblick über die vielfältigen Möglichkeiten im Berufsfeld „Soziale Arbeit“ gibt das nachfolgende Video:



Berufe im Fokus

Je nach Berufswunsch ist es ratsam, schon während des Studiums auf dieses Ziel hinzuarbeiten und gezielt Schwerpunkte im Studium setzen. Wer zu Beginn des Studiums noch nicht weiß, wohin es beruflich nach dem Studium gehen soll, kann sich in verschiedenen Praktika ausprobieren. Es ist allerdings – auch ohne anfängliche Orientierung – sinnvoll, bei der Auswahl nicht wahllos vorzugehen. Selbstreflexion ist hier häufig der Schlüssel zum Erfolg. Zu Beginn solltest du dir überlegen, welche Berufsfelder dich konkret interessieren – vielleicht haben einzelne Veranstaltungen des Sozial Arbeit-Studiums ja deine Begeisterung und Neugier geweckt. Ein Praktikum kann dann Aufschluss geben, ob diese Richtung ein denkbarer Weg werden kann. Auch im Anschluss an das Praktikum solltest du dir Zeit nehmen und hinterfragen, ob der ausgewählte Arbeitgeber oder zumindest das Tätigkeitsfeld ein denkbarer Zukunftsweg ist.

Im Folgenden stellen wir dir einige Berufsfelder näher vor:

Familienberatung

Die Beratung steht für viele Absolventen des Soziale Arbeit Studiums häufig im Blickfeld. Doch auch hier gibt es zahlreiche Spezialisierungsmöglichkeiten. In der Familienberatung liegt das Ziel darin, die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander positiv zu verändern. Hierbei gehört es zur Hauptaufgabe der Familienberater, Anregungen und Hinweise zu geben und gemeinsam mit der Familie einen Lösungsweg zu erarbeiten, der die vorhandenen Probleme löst.

Etwas übergreifender gestaltet ist hingegen die Arbeit beim Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) oder beim Kommunalen Sozialdienst. Die Arbeit als Berater beim ASD ist nicht allein auf die Beratung von Familien beschränkt, sondern zielgruppen- und problemübergreifend angelegt.

Soziale Arbeit mit Flüchtlingen und Asylbewerbern
Die Arbeit mit Flüchtlingen und Asylbewerbern erfordert Talente, Können und Wissen auf verschiedenen Ebenen. Zum einen verfügen Sozialarbeiter in diesem Bereich über interkulturelle Kompetenzen und gute Fremdsprachenkenntnisse. Zum anderen ist das Wissen um die Asylgesetze in Deutschland Grundvoraussetzung für den Job. Zusätzlich ist ein hohes Maß an Empathie für diesen Job unumgänglich. Arbeiter in diesem Bereich sind keine reinen Berater, sondern geben auch therapeutische Hilfestellung. Flüchtlinge haben nicht nur eine strapaziöse Reise hinter sich, sondern sind häufig tief traumatisiert. Sie leiden an verschiedenen körperlichen Erkrankungen und haben häufig Depressionen oder leiden an einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Sozial- und Gesundheitsmanagement
Das Aufgabengebiet im Bereich Sozial- und Gesundheitsmanagement umfasst vor allem die Planung, Koordination und Überwachung von fachlichen, personellen und wirtschaftlichen Aktivitäten in Unternehmen des Sozial- und Gesundheitswesens. Je nach Einsatzgebiet gehören auch das Erstellen und die Umsetzung von pädagogischen Konzepten zu deinen Aufgaben. In höheren Position ist auch Mitarbeiterführung Teil der Arbeit im Sozial- und Gesundheitsmanagement. Konkrete Berufsbezeichnungen wären z.B. Krankenhausmanager, Heimleiter, OP-Manager oder Pflegedienstleiter.

Streetworking

Als Streetworker versucht man, problembelastete Zielgruppen (z.B. Drogenabhängige, Jugendgruppen), die nicht mehr von herkömmlichen sozialen Hilfeeinrichtungen erreicht werden, zu erreichen und mit Ihnen zu reden, um ihnen Unterstützungsangebote zukommen zu lassen. Durch die Kenntnisse der Pädagogik und Psychologie berät und betreut man diese Zielgruppen, ist Ansprechpartner und Kontaktperson.

Schuldnerberatung
Nicht jeder kann mit seinem Einkommen umgehen und häuft über einen kürzeren oder längeren Zeitraum Schulden an, so dass sie ihren finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Häufig sind Menschen mit hohen Schulden in einer Abwärtsspirale gefangen, aus der sie ohne Hilfe nicht ausbrechen können.

In der professionellen Schuldberatung (diese ist abzugrenzen von zahlreichen unseriösen und inkompetenten Angeboten, da der Begriff in Deutschland nicht geschützt ist) wird Menschen mit Schulden durch die Erarbeitung eines ganzheitlichen Konzepts geholfen, die Schulden nach und nach abzubauen. In diesem Zusammenhang ist ein breitgefächertes Wissen notwendig und die Zusammenarbeit mit Juristen, Betriebswirten und Psychologen im Arbeitsalltag oft der Regelfall.

Journalismus, Pr und Öffentlichkeitsarbeit
Vielen Studierenden scheint dieser Bereich im ersten Moment ohne jeglichen Bezug zum Studium zu sein. Aber das stimmt nicht! Mit dem Hintergrund des Studiums verstehst du die Arbeit der Sozialarbeiter und Sozialpädagogen sowie die Arbeitswesen der sozialen Einrichtungen, Kommunen und Unternehmen.

Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit kannst du dann z.B. Konzepte und Strategien entwickeln, um die Außenwirkung eines Unternehmens oder einer Einrichtung in der Öffentlichkeit zu formen. Ebenso machst du auf bestimmte Ereignisse aufmerksam und planst Veranstaltungen. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind z.B. Lobbyarbeit und die Beratung von Führungskräften im Umgang mit Medien.

Gehalt: Wie viel verdient man nach dem Studium „Soziale Arbeit“?

Gehalt Soziale ArbeitDas Gehalt für Sozialarbeiter und Sozialpädagogen ist von verschiedenen Faktoren abhängig und kann unterschiedlich hoch sein. Vielfach sind Absolventen eines Studiums „Soziale Arbeit“ oder „Sozialpädagogik“ beim Bund oder einer Kommune angestellt. Hier erfolgt die Bezahlung nach den Vorgaben des Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes (TVöD).

Bei einer Bezahlung nach TVöD wird der Arbeitnehmer – so auch ein Sozialarbeiter oder Sozialpädagoge – in eine bestimmte Entgeltgruppe und dort wiederum in eine bestimmte Stufe eingestuft. Die jeweilige Einstufung hängt von mehreren Faktoren ab, z.B. der Berufserfahrung, der Art der Ausbildung oder dem übertragenen Verantwortungsbereichs.

Wer als Sozialpädagoge oder Sozialarbeiter einen Job in der freien Wirtschaft annimmt oder auch selbstständig tätig ist, hat nicht selten ein höheres Gehalt, als in den oben genannten Bereichen.

Das durchschnittliche Einstiegsgehalt nach dem Studium Soziale Arbeit liegt zwischen 1.200 und 2.500 Euro pro Monat. Mit steigender Berufserfahrung, besuchten Weiterbildungen und einem höheren Grad an Verantwortung im Beruf steigt auch das Gehalt. Ein Gehalt von bis zu 3.800 Euro brutto pro Monat ist dann vor allem in der freien Wirtschaft möglich – aber sicher nicht der Durchschnitt.

Eine Umfrage von Lohnspiegel.de hat 2012 ergeben, dass das durchschnittliche Einkommen von Sozialpädagogen bei 2.827 Euro brutto monatlich liegt. Als Basis der Umfrage wurde ein Job mit 38 Stunden-Woche ohne Zuzahlungen gewählt.