Duales Studium: Vorteile und Nachteile

Vorteile NAchteile Duales Studium„Studier dual, da verdienst du direkt gutes Geld und hast einen Job in der Tasche!“ So oder ähnlich klingen oft die Empfehlungen für ein duales Studium. Aber ist ein duales Studium im Gesundheitswesen uneingeschränkt zu empfehlen? Wir haben die Vorteile und Nachteile des Studienmodells zusammengestellt.


Vorweg: Entscheide unabhängig!

Es gibt Pro und Contra duales Studium Argumente. Wer dir ein duales Studium ausreden möchte, kann zahlreiche Argumente nennen, warum ein „normales“ Vollzeitstudium besser ist. Und wer dich unbedingt von einem dualen Studium überzeugen möchte, findet auch Gründe, warum dieses Studium viel besser ist als andere Varianten.

Wichtig ist: Du entscheidest. Lass dich nicht von Versprechen wie „Du verdienst viel Geld“ oder „Nur ein normales Uni-Studium ermöglicht dir eine super Karriere“ verwirren, sondern informier dich ausführlich und triff deine eigene Entscheidung.


Duales Studium Gesundheit & Pflege: Vorteile

Als erstes wird vor allem folgender Punkt genannt:

Geld verdienen

Vorteil duales Studium: GehaltJa, bei einem dualen Studium verdient man normalerweise jeden Monat ein Gehalt. Denn man ist ja angestellt, macht beispielsweise eine Ausbildung und arbeitet dementsprechend auch Vollzeit (abzüglich der Theoriephasen an der Hochschule/ Berufsakademie) im Unternehmen mit. Das Verdienen von Gehalt direkt von Anfang an ist auf jeden Fall ein Vorteil des dualen Studiums, denn es erleichtert/ ermöglicht vor allem auch denjenigen ein Studium, deren Eltern keine Unterstützung zu einem normalen Vollzeitstudium zahlen können und die daher Probleme mit der Studienfinanzierung hätten.

Aber: Nicht immer reicht das Gehalt des dualen Studiums auch für ein sorgenfreies Leben, wie eine Umfrage vom Wegweiser-Duales-Studium.de ergab. Viele Studenten kommen nicht oder gerade so mit dem Geld aus. Informier dich daher sorgfältig, wie hoch das Gehalt bei deinem Wunsch-Unternehmen ausfällt.



Kein Praxisschock nach dem Studium

Praxiserfahrung ist in Gesundheits- bzw. sozialen Berufen unerlässlich: Die Arbeit mit und für Menschen lässt sich als reine Theorie kaum erfassen. Das gilt vor allem für Berufe in der Pflege und im sozialen Bereich. Im Gesundheitsmanagement, wo vor allem BWL-Kenntnisse eine Rolle spielen, ist dieser Faktor weniger ausschlaggebend.

Dennoch: Wer ein duales Studium absolviert, hat gegenüber Vollzeitstudenten den Vorteil, dass er schon von Beginn an in die Abläufe eines Unternehmens und den Berufsalltag voll eingebunden ist. Der sogenannte Praxisschock nach dem Studium, den man erleidet, wenn man noch gar keine Praxiserfahrungen gesammelt hat und ins kalte Wasser des Berufsleben geschmissen wird, entfällt.


Mehrere Abschlüsse möglich

Vorteil duales Studium: 2 AbschlüsseIn unserem Artikel mit den grundlegenden Infos eines dualen Studiums gehen wir auf die verschiedenen Studienmodelle ein. Mit dabei: Das ausbildungsintegrierende und ausbildungsbegleitende duale Studium. Hierbei absolviert man nicht nur ein anerkanntes akademisches Bachelorstudium, sondern durchläuft auch eine Ausbildung. So kann man dann nach Ende der Ausbildungs- und Studienzeit zwei Abschlüsse vorweisen.


Hohe Chancen auf eine Übernahme

Wer eine Ausbildung erfolgreich beendet, hofft immer darauf, dass das Ausbildungsunternehmen ihn auch in die Festanstellung übernimmt. Das ist nämlich durchaus nicht immer der Fall. Viele ehemalige Azubis müssen sich nach beendeter Ausbildung nach einer neuen Stelle umschauen, weil der Arbeitgeber nicht genügend freie Stellen anbieten kann.

Prinzipiell gilt das auch für Absolventen eines dualen Studiums, aber sie haben gegenüber Azubis den Vorteil, einen zusätzlichen Bachelorabschluss vorweisen zu können. Zudem haben sie sich mit dem Studium für höhere Positionen vorbereitet. Und da Unternehmen auch viel Geld in die Studienzeit ihrer dualen Studenten stecken (Gehalt + Studiengebühren + eventuelle Zuschüsse), haben sie natürlich ein Interesse daran, den Absolventen auch direkt zu übernehmen. Duale Studenten sind also immer auch eine Investition ins Unternehmen.


Duales Studium Gesundheit & Pflege: Nachteile

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Und den solltest du bei deiner Studienwahl nicht außer Acht lassen.

Stressige Studienzeit

Nachteil duales Studium: StressEin duales Studium, egal ob im Gesundheitswesen, in der Pflege oder einem anderen Studiengang, ist nicht für jeden die richtige Wahl. Wer mit Stress nicht umgehen kann, der sollte besser ein Vollzeitstudium wählen. Das ist zwar teilweise auch sehr fordernd, aber man steht nicht so unter Druck, auch in der Regelstudienzeit fertig zu werden.

Bei einem dualen Studium lernt man in kurzer Zeit sehr viel, muss viele Klausuren in kurzen Zeiträumen schreiben und hat immer den Arbeitgeber im Nacken, der gute Leistungen sehen will. Du musst also ganz ehrlich für dich entscheiden, ob du damit umgehen kannst.


Wenig Freizeit/ kein typisches Studentenleben

Nachteil duales Studium: Wenig FreizeitWie Kerstin in ihrem Erfahrungsbericht beschreibt: Ein duales Studium ist anstrengend und hat nicht viel mit dem typischen Bild eines Studentenlebens zu tun. Statt monatelanger Semesterferien hat man die normalen Urlaubstage, so wie die anderen Angestellten auch. Und wenn andere Studenten vormittags in die Uni gehen (oder auch nicht, weil sie sich frei nehmen), dann hat ein dualer Student keine Wahl. Er muss bei der Arbeit erscheinen.


Man ist sehr festgelegt

Ein duales Studium absolviert man immer spezialisiert auch einen Bereich, beispielsweise auf Gesundheitsmanagement oder Pflege. Das bedeutet natürlich auch, dass man vorwiegend Inhalte zu diesen Themenfeldern lernt und seine Praxiszeit natürlich auch bei einer Firma absolviert, die in diesem Bereich angesiedelt ist. Wer sich hingegen zum Beispiel für ein normales Vollzeit-BWL-Studium entscheidet, der kann die ersten Semester erstmal in unterschiedliche Fächer hineinschnuppern und entscheidet sich dann für das, was am meisten Spaß gemacht hat.

Bei einem dualen Studium sollte man von Anfang an wissen, dass der Studiengang genau den eigenen Interessen entspricht. Keine Sorge, wenn man nach dem Studium im Berufsleben feststellt, dass man an anderen Tätigkeiten und Branchen mehr Spaß hat, wird es immer einen Weg geben, das Arbeitsfeld zu wechseln. Aber es wird ein schwieriger Weg.


Fazit: Informier dich sorgfältig

Wir schreiben es immer wieder: Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Studienzeit ist das vorherige Informieren. Lass dich nicht überreden, sondern höchstens überzeugen. Und entscheide unabhängig, ob ein duales Studium, im Gesundheitswesen/ Pflegewesen oder anderweitig, das richtige für dich ist.