Studienvoraussetzung, Bewerbung und Zulassung zum Gesundheits-Studium

StudienbewerbungWelche persönlichen Voraussetzungen sollte man für ein Studium im Bereich Gesundheit mitbringen? Wie und wann bewirbt man sich für einen Studienplatz für das Gesundheitsstudium? Bevor es zur Studienzulassung geht, tauchen häufig noch viele Fragen auf. Diese werden wir hier klären. Der nachfolgende Artikel klärt über Studienvoraussetzungen, Bewerbungsfristen und Zulassungsbedingungen auf, damit dem Start ins Studium nichts mehr im Wege steht.



Ist die Entscheidung für einen bestimmten Studiengang oder eine bestimmte Studienrichtung gefallen, beginnt für viele Interessierte eine aufregende Phase: Werde ich den Platz meiner Wahl überhaupt bekommen? Welche Zulassungsvoraussetzungen sind zu erfüllen? Und was genau bedeutet die Immatrikulation? Daher fangen wir hier ganz von vorne an und unterstützen dich mit allen Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Studienbewerbung und Co.

Wo soll ich mich bewerben?

Wo bewerben?Gesundheitsstudiengänge werden an den verschiedensten Einrichtungen angeboten: Von Fachhochschulen und Universitäten über Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien bis hin zu privaten Anbietern ist alles dabei. Obendrein handelt es sich hier um ein Gebiet, in dem das duale Studium besonders stark vertreten ist. Hast du dich bereits für eine bestimmte Studienrichtung oder sogar schon ganz konkret für einen bestimmten Studiengang entschieden, musst du dir überlegen, welche Studienform für dich die richtige ist. Nicht jeder ist ein theoretischer Lerntyp und möchte an einer Uni studieren. Hier könnte z.B. eine Fachhochschule eine Alternative sein. Wer zudem seinen Job nicht aufgeben möchte, dem erschließen sich zahlreiche Möglichkeiten Gesundheitsmanagement oder Soziale Arbeit auch berufsbegleitend zu studieren.

Mit der Entscheidung für eine bestimmte Hochschul- oder Studienform erfolgt bereits eine grobe Einteilung der Studienvoraussetzungen: Um z. B. an einer Universität studieren zu können, ist die Allgemeine Hochschulreife erforderlich, während an einer FH oder Akademie die Fachhochschulreife ausreicht, die in vielen Fällen sogar durch besondere berufliche Qualifikationen (z. B. ein Meister- oder Techniker-Abschluss) ersetzt werden kann.


Studienvoraussetzungen im Gesundheitswesen

Bei den Voraussetzungen für ein gesundheitswissenschaftliches Studium sind grundsätzlich persönliche Voraussetzungen von formalen Voraussetzungen zu unterscheiden. Während letztere einfach zu nennen sind und von jedem Bewerber gleichermaßen zu erfüllen sind, gibt es bei den persönlichen Voraussetzungen einiges zu beachten.

Die persönlichen Voraussetzungen beziehen sich nicht nur auf die reine Berechtigung zum Studium, sondern blicken schon ein wenig weiter: sie zeigen Fähigkeiten auf, die man auch für den späteren Beruf mitbringen sollte. Wichtig ist hier natürlich, dass für ein Studium in Gesundheitsmanagement andere Voraussetzungen gelten als beispielsweise für ein Studium der Pflegewissenschaften oder Soziale Arbeit. Wer beispielsweise eine Manager-Position anstrebt, muss andere Fähigkeiten mitbringen als jemand, der einen therapeutischen oder beratenden Job anstrebt. Nachfolgend einige Beispiele:

Persönliche Voraussetzungen

Voraussetzungen

  • gutes Verständnis für Zahlen und Finanzen
  • strategisches Denkvermögen
  • Interesse an den Bereichen Gesundheit und Medizin
  • Spaß und Interesse an der Arbeit mit Menschen
  • Ein positives Menschenbild (hohe Akzeptanz gegenüber anderen, Verständnis für die Probleme Anderer)
  • Ausdauer und Geduld
  • Flexibilität

Formale Studienvoraussetzungen

  • Hochschulzugangsberechtigung oder eine gleichwertige Qualifikation
  • Ggf. Motivationsschreiben
  • Ggf. Eignungstest oder Auswahlgespräch

An staatlichen Hochschulen reicht die Hochschulzugangsberechtigung für die Zulassung zum (Bachelor-)Studium meistens aus. An privaten Hochschulen sowie bei der Zulassung zum Masterstudium an einer staatlichen Hochschule wird häufig auch ein Motivationsschreiben verlangt, das beschreibt, warum du dich an dieser Hochschule für diesen Studiengang bewirbst. Zusätzlich wird, vor allem an Privatschulen, häufig ein persönliches Auswahlgespräch geführt oder ein zusätzlicher Eignungstest angeführt.

Wie, wann und wo muss ich mich bewerben

Das Gros der Bildungseinrichtungen haben inzwischen auf ein Online-Bewerbungsverfahren umgestellt oder die Bewerbung kann zumindest teilweise über das Internet erfolgen. Da es hier keine allgemeingültige Regelung gibt, ist der Blick auf die Homepage der jeweiligen Hochschule unumgänglich, wenn man erfahren möchte, wie das Bewerbungsverfahren abläuft. Darüber hinaus sind auch die Anleitungen der Hochschulen recht vielfältig. Während zum Beispiel der EC Europa Campus (Studiengang „Gesundheitsmanagement / Prävention, Sport und Bewegung“) Bewerber zum Bewerbertag einlädt, um weitere Fragen vor Ort zu klären, bietet die Hochschule Aalen wiederum mit den Worten „Student/in werden in 5 Schritten“ eine Online-Bewerbungsanleitung. Hier werden alle Fragen von den Zulassungsvoraussetzungen über das Auswahlverfahren bis hin zur Einschreibung geklärt.

Die Bewerbungsfristen findest du ebenfalls auf der Homepage der Hochschule. Grundsätzlich ist der 15. Januar Stichtag für die Bewerbung zum Sommersemester und der 15. Juli für das Wintersemester. Wer bis zu diesem Datum seine Unterlagen nicht bei der Hochschule eingereicht hat, muss ein Semester warten. Private Hochschulen haben manchmal andere Termine und zulassungsfreie Studiengänge sind von den Terminen ausgenommen. Aber auch hier ist ein Blick auf die Infoseiten der Unis, FHs und Akademien der sicherste Weg, um keine Frist zu versäumen.

Welche Unterlagen sind für die Studienbewerbung erforderlich?

Bei einer Online-Bewerbung können häufig die erforderlichen Unterlagen hochgeladen (z. B. Scans von Zeugnissen und Praktikumsnachweisen) oder per E-Mail eingereicht werden. Das hat den Vorteil, dass man nicht noch einmal alle Unterlagen in ausgedruckter Form auf dem Postweg verschicken muss. Und für das allgemeine Auswahlverfahren genügt dies in der Regel.

Wurde der Studienplatz erteilt, sind für die endgültige Einschreibung allerdings beglaubigte Kopien erforderlich. Die Beglaubigung dürfen nur autorisierte Behörden bzw. Personen vornehmen. Auf jeden Fall benötigst du eine Kopie deines Abschlusszeugnisses (Allgemeine bzw. Fachhochschulreife), eine Mitgliedsbestätigung deiner Krankenversicherung sowie den ausgefüllten Bewerberbogen mit persönlichen Angaben.

Welche weiteren Unterlagen verlangt werden, hängt auch wieder von vielen Faktoren ab, etwa der eigenen Lebenssituation. So wird in manchen Fällen ein Teil der Studienplätze bevorzugt an „Härtefälle“ vergeben. Dafür müssen so schwerwiegende gesundheitliche, soziale oder familiäre Gründe vorliegen, dass eine Wartezeit für die Zulassung unzumutbar wäre. Dies ist z. B. durch ein Attest nachzuweisen.

Motivationsschreiben, Studierfähigkeitstest & Co.

MotivationsschreibenVon der Bildungseinrichtung erhältst du eine Liste der erforderlichen Bewerbungs- bzw. Immatrikulationsunterlagen. Darauf kann zum Beispiel auch ein „Motivationsschreiben“ aufgeführt sein. Mit dieser Erklärung sollen Bewerberinnen und Bewerber deutlich machen, warum es gerade dieser Studiengang sein soll und kein anderer.

In bestimmten Fällen (z. B. bei wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen) wird auch vorgeschlagen bzw. verlangt, einen Studierfähigkeitstest zu bescheinigen. Oftmals handelt es sich hier um eine freiwillige Sache, die aber ‒ genauso wie das Motivationsschreiben ‒ bei Auswahlverfahren ins Gewicht fallen kann. Wiederum andere Studiengänge haben ein vorangehendes Praktikum als Pflichtbestandteil für die Zulassung. Der Nachweis muss meist bis zum Beginn des Studiums erfolgt sein oder bereits mit der Bewerbung abgegeben werden.

Wer zuvor bereits studiert hat, muss seiner Bewerbung die Exmatrikulationsbestätigung der vorherigen Hochschule beifügen, und so weiter. Speziell bei kreativen Fächern ist oftmals eine Bewerbungsmappe mit künstlerischen Arbeiten mit einzureichen.

Ausländische Bewerberinnen und Bewerber benötigen häufig einen Nachweis über Ihre Deutschkenntnisse.

Studienplatz erhalten: Die Immatrikulation

Eine Sache wird oft verwechselt: Bewerbung und Immatrikulation (Einschreibung)! Doch das sind zwei verschiedene Paar Schuhe – zumindest bei zulassungsbeschränkten Studiengängen.

Bei zulassungsfreien Studiengängen kann man sich direkt immatrikulieren, da man sich nicht extra bewerben muss. Sobald ein Studiengang aber nur über ein Auswahlverfahren vergeben wird, muss zunächst die Zulassung von der Hochschule erteilt werden, bevor du dich immatrikulieren kannst.

Die Vergabeverfahren werden, wie oben beschrieben, unterschiedlich gehandhabt. Einige, vor allem staatliche Hochschulen, vergeben Studiengänge über NC und Wartesemester. Private Hochschulen vergeben Studienplätze häufig über persönliche Auswahlgespräche oder nach Bestehen einer Klausur oder Präsentation.

Erst wenn alle Formalitäten fristgerecht erledigt wurden und du die gewünschten Kriterien der Hochschule erfüllst, wird der Studienplatz erteilt. Im Anschluss erfolgt dann die Immatrikulation, mit der auch die Semester- beziehungsweise Studiengebühren fällig werden. Ist dieser Schritt vollbracht, ist es endlich soweit: Mit der Immatrikulation bist du offiziell Student/-in!

„Sonderfall“ duales Studium

Duales StudiumDie Verzahnung von Hochschule und betrieblicher Praxis bzw. einer kompletten Berufsausbildung kennzeichnet duale Studiengänge. Hier läuft das Bewerbungsverfahren daher etwas anders ab: Bevor du dich bei der Bildungseinrichtung um den Studienplatz bewirbst, benötigst du einen Ausbildungs- oder Praktikumsvertrag mit einem kooperierenden Unternehmen ‒ ohne Betrieb gibt es im Normalfall kein duales Studium.

Bei wenigen Hochschulen kannst du auch ohne Ausbildungsplatz schon die Bewerbung für den Studienplatz losschicken. Viele Unternehmen erwarten bei der Bewerbung für ein duales Studium die üblichen Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Zeugnisse, Lebenslauf mit Foto, evtl. Motivationsschreiben). Manche gehen es zwar salopper an (insbesondere bei Praktika), doch es macht immer einen besseren Eindruck, sich auf professionelle Weise zu bewerben. Ist der Vertrag unterschrieben, folgt in diesem Fall eine weitere Bewerbung ‒ bei der entsprechenden Hochschule. In einigen Fällen läuft das Verfahren aber auch gekoppelt ab bzw. der Bildungsanbieter vermittelt den Betrieb. Im Zweifelsfall nachfragen!