Das Motivationsschreiben ‒ wie sollte es aussehen?

MotivationsschreibenBei der Bewerbung für ein gesundheitswissenschaftliches Studium gehört an einigen Hochschulen das Motivationsschrieben als fester Bestandteil zu den Bewerbungsunterlagen. Vor allem bei der Bewerbung für das Masterstudium hat sich das Motivationsschreiben als gängiges Mittel zur Auswahl geeigneter Studenten bewährt. Gleichzeitig stellt das Schreiben dieser „dritten Seite“, wie sie im Bewerbungsverfahren gerne genannt wird, viele Studienbewerber vor ein großes Problem: Was gehört rein? Warum muss ich es überhaupt schreiben? Und wie fange ich am besten an? Wir klären auf!


Warum ein Motivationsschreiben?

Ein Motivationsschreiben wird häufig gefordert, wenn die Anzahl der Studienbewerber höher ist, als die Anzahl der Studienplätze. Es ist also eine weitere Beschränkung bei der Zulassung zum Studium, ähnlich wie der NC oder ein spezielles, hochschulinternes Auswahlverfahren.

MotivationsschreibenHochschulen versprechen sich von einem Motivationsschreiben die Beweggründe des Bewerbers zu erfahren. Sie möchten vor allem wissen, warum sich eine Person für diesen einen Studiengang an dieser Hochschule beworben hat. Gleichzeitig möchten sie erfahren, warum ein Bewerber/eine Bewerberin sich für besonders geeignet für einen speziellen Studiengang hält.

Die Beantwortung dieser Fragen soll zeigen, ob jemand für das Studium geeignet ist. Ob dieser Jemand den Anforderungen entspricht, nicht nur auf seine Noten beschränkt, sondern aufgrund seiner Interessen, Fähigkeiten und Neigungen. Das Motivationsschreiben kann also auch dabei helfen, die Abbruchquote so gering wie möglich zu halten. Denn es werden nur die Bewerber und Bewerberinnen ausgewählt, von denen man überzeugt ist, dass sie wissen, was sie im Studium erwartet und den Anforderungen gewachsen sind.

Jede Hochschule möchte sichergehen, dass die angenommenen Kandidaten das Studium mit vollem Einsatz durchziehen. Der Mensch bleibt eher mit Leib und Seele bei einer Sache, wenn er wirklich davon überzeugt ist. Daher wird die eigene Motivation zunehmend in Bewerbungsverfahren geprüft. Es geht in diesem Schreiben also vor allem um die Fragen, warum es ausgerechnet dieser Studiengang sein soll und weshalb man der Ansicht ist, besonders dafür geeignet zu sein.




Inhalt des Motivationsschreibens: Das gehört rein

Kernthema des Schreibens ist natürlich der Studiengang – möglichst schon mit der konkreten Vorstellung des weiteren beruflichen Werdegangs. Es sollte deutlich werden, dass du dich eingehend mit den Inhalten des Studiums und der anbietenden Hochschule beschäftigt hast. Dazu gehören zum Beispiel auch mögliche Vertiefungsrichtungen.

Deine Beweggründe könntest du z.B. mit folgenden Worten beschreiben: „Da ich später gerne Menschen mit Migrationshintergrund unterstützen möchte und diese Vertiefungsrichtung an ihrer Hochschule angeboten wird, würde der Studiengang Soziale Arbeit besonders gut passen.“

Finger weg von copy & paste!

Dieser und alle weiteren Beispieltexte, die wir hier vorstellen, sind auch wirklich nur als Anregung zu verstehen. Du solltest diese weder kopieren noch sonst irgendwelche Standardformulierungen verwenden. Schablonentexte sollten im Motivationsschreiben tunlichst vermieden werden, da diese (zumindest bei populären Quellen) schnell auffallen, da möglicherweise auch andere Bewerber diese verwenden.

Das Motivationsschreiben ist ein individueller Text und sollte für jede Bewerbung aufs Neue erstellt werden – auch wenn das Arbeit bedeutet.

Äußere Form des Motivationsschreibens: So sollte das Schreiben aussehen

Ein Motivationsschreiben lässt sich – in seiner äußeren Form – relativ leicht verfassen, da es hierfür keine strengen Vorgaben gibt. Das Motivationsschreiben sollte nicht länger als ein bis zwei DIN A-4 –Seiten ausfallen. Sein Platz in den Bewerbungsunterlagen ist an dritter Stelle, also nach Anschreiben und Lebenslauf – daher auch häufig der Ausdruck „dritte Seite“ der Bewerbung.

MotivationsschreibenNeben dem Umfang, der möglichst nicht überschritten werden sollte, sagt der Text verrät einiges über deine sprachlichen Kompetenzen aus. Gleichzeitig zeigt er, ob du strukturiert arbeiten kannst. Diese Eigenschaften sind für jeden Studiengang wichtig und Grundvoraussetzung für das wissenschaftliche Arbeiten. Wer also einen klar gegliederten Text mit aussagekräftigen Formulierungen vorlegt, hinterlässt einen positiveren Eindruck als jemand, dessen Text ein einziges Satzbau-Chaos darstellt und die einzelnen Gedanken nicht auf den Punkt bringt.

Grundsätzlich solltest du das Motivationsschreiben wie jeden anderen Text auch gliedern. Einleitung, Hauptteil und Schluss sollten sinnvoll aufeinander aufbauen. Die Einleitung soll zunächst einmal sagen, worum es überhaupt geht, für welchen Studiengang du dich bewirbst und auch schon neugierig auf den Rest machen. Du solltest also hier ruhig schon mal sagen, warum du eine gute Wahl bist. Im anschließenden Hauptteil kannst du dann detaillierter auf deine Beweggründe, dein Können und deine Motivation eingehen. Hast du das Gefühl, dass das Schreiben aufgrund seiner Länge zu unübersichtlich wird, kannst du ruhig Zwischenüberschriften verwenden. Zum Schluss kannst du dann noch einmal erwähnen, dass du dich auf eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch oder der Zulassung zum Aufnahmetest freust – denn häufig ist das der nächste Schritt im Bewerbungsverfahren. Hier solltest du dich aber genau informieren, wie es nach dem Einreichen des Motivationsschreibens weitergeht.

MotivationsschreibenEinen Pluspunkt gibt es, wenn du auch den Ansprechpartner direkt ansprichst, sofern dir dieser bekannt ist, und auf ein allgemeines „Sehr geehrte Damen und Herren“ verzichtest. Negativ fallen auch Rechtschreib-, Komma- und grammatikalische Fehler auf. Wenn du nicht sicher bist, ob alle Fehler beseitigt wurden, lass eine andere Person das Motivationsschreiben Korrektur lesen.


Und was ist sonst noch wichtig?

MotivationsschreibenDas wichtigste ist, dass du dir selbst treu bleibst. Verstell dich nicht und gib im Motivationsschreiben nicht vor jemand zu sein, der du gar nicht bist. Es geht nicht darum, sich selbst in den höchsten Tönen zu loben, sondern sachlich und vernünftig, aber bestimmt zu erläutern, warum man einen bestimmten (gesundheitswissenschaftlichen) Studiengang an einer bestimmten Hochschule studieren möchte. Hier daher noch mal ein paar wichtige Tipps, die du beherzigen solltest:

  • Komm auf den Punkt!

    Zwei Seiten sind manchmal nicht leicht zu füllen, aber jeden Satz mit leeren Floskeln zu füllen, bringt keine Pluspunkte. Du musst die zwei Seiten nicht auf das letzte Zeichen voll bekommen. Beschränk dich auf das Wesentliche, dafür aber in guter Qualität.

  • Nenne Beispiele!

    Warum willst du den Studiengang studieren? Eine Begründung á la „weil ich besonders geeignet bin“ reicht leider nicht aus. Nenne Beispiele. Belege mit diesen, was du wann und wo mal gemacht hast, das dir für das Studium zugutekommt.

  • Behalte den Grund des Schreibens im Blick!

    Wenn man einmal schreibt, fällt es häufig schwer, sich auf seine ursprüngliche Mission zu besinnen und weicht schnell vom Thema ab. Überprüfe also, ob der Grund deines Schreibens auch deutlich wird und ob du dich auch wirklich konkret auf das Studium bzw. deinen Wunschstudiengang beziehst.

  • Fehler vermeiden!

    Lass das Motivationsschreiben abschließend noch einmal von einer neutralen Person lesen, die eventuelle Fehler korrigiert und dir ein ehrliches Feedback gibt. Damit kannst du vielleicht noch ein paar Dinge verbessern und das Schreiben optimieren.

  • Lobe dich nicht in den Himmel!

    Niemand möchte über zwei Seiten lesen, dass du ein Supertyp bist, sondern einzig und allein den Grund deiner Bewerbung erfahren. Verzichte also darauf in jedem zweiten Satz zu erzählen, wie toll du eigentlich bist. Durch die Beispiele die du nennst, deine Hobbys oder Angaben zu Praktika oder ehrenamtlichen Tätigkeiten verraten schon ziemlich viel über dich und sind viel aussagekräftiger als eine große Portion Eigenlob. Das bedeutet aber nicht, dass nicht von deinem Können überzeugt sein darfst. Aber wie heißt es doch so schön: Die Dosis macht das Gift.

  • Mach dein eigenes Ding!

    Kopieren ist keine Option. Wir wissen selbst, dass es keine leichte Aufgabe ist, ein Motivationsschreiben für die Unibewerbung zu erstellen. Aber es entscheidet möglicherweise über deine Zukunft. Und wenn der Studiengang dein Wunschstudiengang ist, dann ist doch auch ein bisschen Einsatz dafür durchaus zu verkraften. Hol dir Inspiration und ein paar Anregungen, aber kopiere keine Formulierungen oder ganze Textbausteine. Individualität ist sicher eines der wichtigsten Merkmale der Bewerbung. Falls du zumindest eine kleine Anregung brauchst, findest du hier ein Beispiel für ein Motivationsschreiben.