Studienfinanzierung – von BAföG bis Stipendium

Studienfinanzierung Eine der wichtigsten Fragen, nach Studienwahl und Studienbewerbung, ist die nach der Studienfinanzierung. Ein Studium ist teuer – und das nicht nur an privaten Hochschulen. Wir geben einen Überblick über die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten des Gesundheitsstudiums und geben einen Überblick, mit welchen Kosten du etwa rechnen musst.


Miete, Semesterbeitrag, Lebensmittel, Lehrmaterialien – allein diese Posten bringen einen angehenden Studenten beim Gedanken an die Finanzierung ins Schwitzen. Doch damit hört die Studienfinanzierung noch lange nicht auf! Krankenversicherung und Geld für Exkursionen kommen noch obendrauf. Nicht zuletzt möchte man auch mal einen neuen Pulli kaufen und mit den Kommilitonen etwas trinken gehen und das Nachtleben der Studentenstadt austesten. Denn ganz ehrlich – was wäre das Studium ohne Studentenleben. Dass das alles natürlich nicht umsonst ist, sollte klar sein. Doch wie finanziert man das Ganze am besten?

Die Finanzierungsmöglichkeiten sind vielschichtig und nicht jeder Student kann sich auf die volle Unterstützung seiner Eltern verlassen. Häufig wird das Studium durch mehrere Einkommensquellen finanziert.

Ein Großteil der Studierenden in Deutschland finanziert sich das Studium mit Hilfe dennoch mithilfe der Eltern, dicht gefolgt von BAföG und Nebenjob. Nur 12% leben aus lediglich einer Finanzierungsquelle, ergab die 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks. Diese Studie wird alle 3 Jahre durchgeführt. Die durchschnittlichen Einnahmen der Studierenden lagen im Jahr 2012 (zum Zeitpunkt der Erhebung) bei rund 864 Euro monatlich. Im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2009 ist dies eine Steigerung um 52 Euro.




Die Verteilung der Einnahmen ist dabei keinesfalls gleich, wie diese Grafik zeigt. Von 400 Euro Monatseinkommen bis hin zu über 1.300 Euro gibt es eine sehr große Spannbreite.

Wie schon erwähnt, setzen sich diese Einnahmen zu einem Großteil aus den drei Einnahmequellen Eltern, BAföG und Studentenjobs zusammen. Nur ein geringer Teil der Studierenden geht darüber hinaus weiteren Tätigkeiten nach bzw. kann Einnahmen aus anderen Quellen (z.B. Studienkredite) verbuchen.








Nachfolgend geben wir dir einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der Studienfinanzierung.

Familie

Bei einem Großteil der Studierenden ist die Studienfinanzierung zu einem großen Teil durch die Eltern abgedeckt. Per Gesetz sind Eltern sogar verpflichtet, ihre Kinder während der ersten Ausbildung finanziell zu unterstützen (§1601, BGB), dennoch variiert die Höhe der Unterstützung. Von der Zahlung kleinerer Beiträge oder der Unterstützung bei der Miete, über die Überlassung des Kindergeldes bis hin zur vollständigen Finanzierung des Studiums ist alles möglich. Hier ist es sicher angebracht, mit den Eltern zu besprechen, ob sie dich überhaupt finanziell unterstützen können und wenn ja, in welcher Höhe.

BAföG

StudienfinanzierungWie die oben zitierte Sozialerhebung herausgefunden hat, trägt das BAföG 16% zum monatlichen Einkommen der Studierenden bei. Sinn des Bundesausbildungsförderungsgesetzes ist es, jedem Bildungswilligen den Zugang zur Hochschule zu ermöglichen. Besonders für Studierende aus einkommensschwachen Familien ist die Studienfinanzierung durch BAföG eine gute Sache. Denn schließlich soll Bildung nicht durch das Einkommen beschränkt werden.

Je nach Einkommen der Eltern und eigenem Vermögensstand kann man bis zu 648 Euro monatliche Unterstützung erhalten. Das Geld ist allerdings nicht vollständig geschenkt, sondern zur Hälfte ein zinsloses Darlehen. Diese Hälfte muss nach Abschluss des Studiums und mit Eintritt ins Berufsleben zurückgezahlt werden. Je nach Höhe des ausgezahlten BAföG-Satzes müssen aber höchstens 10.000 Euro zurückgezahlt werden. Bei den Rückzahlungsmodalitäten gibt es dann ebenfalls wieder verschiedene Möglichkeiten.
Eine erste Anlaufstelle zur Berechnung der potenziellen BAföG-Förderung ist dieser BAföG-Rechner. Weitere Infos gibt es auf der offiziellen Seite www.das-neue-bafoeg.de.

Jobben/Nebenjob

Studienfinanzierung24 Prozent – so hoch ist der Anteil, den die selbsterwirtschafteten Einnahmen am Studienfinanzierungs-Mix der Studierenden ausmachen. Ein Job als studentische Hilfskraft kann gleich in zweierlei Hinsicht gut sein. Auf der einen Seite kann man sich mithilfe des Nebenjobs einen Teil seines Lebensunterhalts verdienen, auf der anderen Seite kann man auch schon Berufserfahrung sammeln. Wer seinen Nebenjob gezielt auf seinen späteren Berufswunsch hin ausgerichtet wählt, kann wertvolle Praxiserfahrung sammeln und erste wichtige Kontakte in der Branche knüpfen.

Nicht selten finden Absolventen nach dem Studium einen Job bei ihren Arbeitgebern aus der Studienzeit. Ein schneller und erfolgreicher Berufseinstieg ist damit sicher. Wer nicht bei seinem ehemaligen Arbeitgeber unterkommt, kann die Arbeitszeit aber in seinem Lebenslauf mit einbeziehen.

Was es bei der Aufnahme eines studentischen Jobs zu beachten gilt, findet man übersichtlich auf der Seite des Studentenwerks zusammengestellt. Anlaufstellen für die Suche nach Studentenjobs sind z.B. das schwarze Brett in der Uni, die Stellenbörse der Hochschulen oder Webportale, wie z.B. http://www.gelegenheitsjobs.de.

Stipendien

Über 400 Stipendien zur Unterstützung im Studium listet die Seite http://www.stipendienlotse.de des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auf. Von internationalen Konzernen wie Airbus bis hin zu kleinen Stiftungen wie der Spenerschen Stiftung gibt es eine Vielzahl von Anbietern für Stipendien.

StudienfinanzierungWer jetzt mit den Schultern zuckt und denkt, dass er so ein Stipendium sowieso nicht bekommen wird, hat natürlich schon verloren. Wer es nicht ausprobiert wird nie in den Genuss von geschenktem Geld kommen. Außerdem bieten viele Stipendiengeber nicht nur monetäre Anreize, sondern können auch mit Coachings, der Vermittlung wichtiger Kontakte und der Hilfe beim Berufseinstieg überzeugen.

Das Bewerbungsverfahren für ein Stipendium ist nicht immer leicht, aber es kann sich durchaus lohnen.

Bildungskredit

StudienfinanzierungWenn die bisher genannten Möglichkeiten nicht ausreichen, um das Studium zu finanzieren, kann man auf den Bildungskredit der KfW zurückgreifen. Der Bildungskredit wurde vom Staat initiiert, um Studierenden eine günstige Möglichkeit zu geben, ihr Studium mit einem Kredit weiter zu finanzieren.

Der Bildungskredit ist ein äußerst zinsgünstiger Kredit, dessen Rückzahlung nach dem Studium beginnt, sobald der Absolvent ins Berufsleben eingestiegen ist. Die Rückzahlungsraten sind dabei dem Verdient angepasst und die Rückzahlungsdauer nicht eng gefasst, damit der Kredit nicht zur Schuldenfalle wird.

Bachelorstudenten können den Bildungskredit ab dem 3. Semester beantragen, im Masterstudium ist eine Beantragung ab dem 5. Semester möglich. Die Infos der Kreditanstalt für Wiederaufbau findest du
hier.

Studienkredit / Bildungsdarlehen

StudienfinanzierungIm Gegensatz zum Bildungskredit, der von einer staatlichen Bank mit niedrigen Zinsen vergeben wird, sind die Kreditmöglichkeiten von privatwirtschaftlichen Banken unter dem Begriff „Studienkredit“ oder „Bildungsdarlehen“ zusammengefasst. Der Markt ist sehr unübersichtlich und daher ist es umso wichtiger, sich vorher intensiv mit den verschiedenen Krediten zu beschäftigen.

Grundlegende Infos gibt es bei Studis Online. Zudem kannst du dich bei verschiedenen Banken über den Studienkredit informieren und unterschiedliche Angebote einholen. Das solltest du im Übrigen sowieso tun, bevor du dich für einen Kredit entscheidest. Es ist unheimlich wichtig, sich einen Überblick über die verschiedenen Angebote zu machen und vor allem die Rückzahlungsmodalitäten und Verzinsungen zu vergleichen. Es gibt hier große Unterschiede.

Die Stiftung Warentest hat zudem Studienkredite getestet. Das Dokument lässt sich hier kaufen. Allerdings sollte man die genauen Zinssätze und Konditionen noch einmal nachrecherchieren, da sich hier schnell Änderungen ergeben.