Was soll ich studieren?

Was soll ich studieren?Die Anzahl derer, die ihre Schule verlassen ohne zu wissen, was sie jetzt studieren sollen, hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Da sind sich zumindest die Lehrer verschiedener Gymnasien sicher. Vor allem die Oberstufenkoordinatoren und die Lehrer, die als Ansprechpartner für die Schüler mit Tipps und Kontakten zur Studienwahl helfen, erhalten immer mehr Anfragen von verzweifelten Schülerinnen und Schülern.

Der Druck zu wissen, was man nach der Schule machen möchte – egal ob Studium oder Ausbildung – nimmt von Tag zu Tag in der Oberstufe zu. Zudem ist das Angebot an Hochschulen, Studiengängen und -formen in den letzten 20 Jahren enorm angestiegen und erschwert somit die Studienwahl. So kommt es, dass viele Schulabgänger sich sogar nach erfolgreichem Abschluss des Abiturs noch fragen: „Was soll ich studieren?“.


Fragen, die du dir stellen solltest

Wie geht man aber die Studienwahl an, wenn man noch nicht weiß, was man studieren soll und welche Studienfächer überhaupt dem eigenen Interesse entsprechen? Zunächst sollte man sich klar werden, welche Fachbereiche in Frage kommen und woran man Spaß hat. Dabei helfen zum Beispiel folgende Fragen:

  • Was macht mir Spaß? Was sind meine Hobbys?

    Dich zu fragen, welches deine Lieblingsfächer sind und mit welchen Themengebieten du dich nicht nur in, sondern auch außerhalb der Schulzeit gerne beschäftigst, kann dir einen Hinweis auf die Branche liefern, in der du den richtigen Beruf für dich finden kannst.

  • An welchen Inhalten hatte ich in der Schule Spaß? Wofür habe ich gerne gelernt bzw. wo lief das Lernen fast schon von alleine?

    Fächer, in denen du gute Noten geschrieben hast, ohne wirklich zu lernen, können dir auch bei der Jobwahl bzw. dem Studienfach helfen. Aber nur, wenn diese dir auch Spaß machen und du Interesse an diesen hast, denn: Etwas, was dir leicht von der Hand geht, du dir aber nicht vorstellen kannst, dich damit jeden Tag immer wieder aufs Neue zu beschäftigen ist wohl eher keine gute Wahl für einen langen und – vor allem – zufriedenen Berufsweg.

  • Wo liegen meine Stärken – wo meine Schwächen?

    Ebenfalls von den Schulfächern, die dir Spaß bereiten und deine Hobbys bzw. die Aktivitäten, die dich in deiner Freizeit interessieren, kannst du bei diesem Punkt einiges ableiten. Du alleine weißt, in welchen Bereichen du begabt bist, für welche du dich begeistern kannst und für welche wiederum gar nicht. In bestimmten Branchen und Studiengängen ist es wichtig, dass du in bestimmten Fächern begabt und wissbegierig bist. Falls du beispielsweise das Fach Biologie total nervig oder langweilig fandst, ist es fraglich, ob du einen Beruf im Gesundheitswesen anstreben solltest.

  • Besitze ich förderliche persönliche Eigenschaften?

    Natürlich gibt es auch Eigenschaften, die für einen gewissen Job im Gesundheitswesen förderlich sind. Beispielsweise solltest du als Gesundheitsökonom einen Hang zu Zahlen und einen Sinn für die Gesundheitsbranche und deren Wandel haben. Für einen Job in der Pflege sind Eigenschaften wie Geduld, Belastbarkeit und Einfühlungsvermögen von Vorteil. Als Sozialarbeiter solltest du hingegen sehr gerne mit Menschen arbeiten, kontaktfreudig und offen sein.

Recherche

RechercheEs hilft bei der Studienwahl, wenn du online nach den verschiedenen Studiengängen und den Jobmöglichkeiten mit diesen, suchst. Geeignete Webseiten, auf denen du jede Menge Informationen und seriöse Beschreibungen findest, sind http://www.berufslexikon.at und http://berufenet.arbeitsagentur.de. Hier wird man natürlich mit Informationen fast erschlagen, aber zum einen kannst du dir die für dich relevanten Infos heraussuchen und musst somit nicht alle Inhalte der jeweiligen Seite lesen. Zum anderen raten wir dir, dir die nötige Zeit für das Erwerben der Antwort auf die Frage „Was soll ich studieren?“ zu nehmen.

Denn letztendlich ist eine intensive Recherche vor der Studienwahl der Grundstein dafür, dass du mit dem gewählten Studium auch zufrieden bist und es nicht nach ein paar Semestern abbrichst.

Tests

Eine erste Orientierungsmöglichkeit bieten dir zahlreiche Bücher und Tests mit dem Thema „Was-soll-ich-studieren?“. Im Internet findest du einige kostenlose aber auch kostenpflichtige Angebote. Seiten, die Tests zur Studienwahl anbieten sind beispielsweise www.bachelor-and-more.de oder www.was-studiere-ich.de. Auch renommierte Zeitschriften und Online-Magazine bieten oft in ihrer Rubrik „Studium“ Studienwahltests an. So zum Beispiel der von ZEIT ONLINE in einer Kooperation mit der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) entwickelte Studium-Interessentest (SIT).

TestsAber solche Tests sind nicht nur online möglich! Die Arbeitsagentur bietet ebenfalls einen „Was-soll-ich-studieren?“ – Test an. In den Berufsinformationszentren des Arbeitsamts gibt es zudem auch viele Informationshefte rund um Studiengänge und Berufe. Dazu kannst du auch mit den speziell geschulten Beratern Termine vereinbaren. Eine Auflistung weiterer „Was-soll-ich-studieren?“ – Tests findest du übersichtlich auf der Homepage der Uni Würzburg aufgelistet.

Solche Tests können dir zumindest die Richtung vorgeben, in der die für dich geeigneten Studiengänge bzw. Berufe zu finden sind. Beispielsweise dir Branche des Gesundheits-, Sozial-, Ingenieur- oder Rechnungswesen. Dies kann dir dabei helfen in einige Branchen und deren Bildungsmöglichkeiten intensiver einzutauchen und dich sorgfältig auseinanderzusetzen – eventuell auch in Branchen, die du vorher für dich gar nicht auf dem Radar hattest.

Wichtig bei solchen Tests ist es auf der einen Seite, offen zu sein und nicht direkt alles kategorisch auszuschließen was dir am Ende vorgeschlagen wird. Auf der anderen Seite solltest du aber auch im Hinterkopf behalten, dass diese Tests dir als Stütze dienen sollen und nicht die Entscheidung für dich treffen können.

Kontakte knüpfen

KontakteWenn du bei deiner Studienwahl schon einen Schritt weiter bist und weißt, dass du zum Beispiel ein Studium im Bereich Gesundheit absolvieren möchtest, dann gibt es andere Methoden, deine Unklarheiten zu beseitigen.

Ein erster Anlaufpunkt sind natürlich diejenigen, die bereits in den von dir anvisierten Berufen arbeiten. Du möchtest zum Beispiel Krankenhausmanager werden? Dann probier doch mal, über deine Familie, Freunde und Bekannte einen Kontakt zu einem Beschäftigten in dieser Branche herzustellen.

Wenn das nicht klappt, dann bist du gefragt: Suche dir die Telefonnummern der umliegenden Krankenhäuser zusammen und ruf dort einfach an. Stell dich vor, beschreibe dein Anliegen und wenn du alles klar und gezielt formulieren kannst und den richtigen Ton triffst, wirst du bestimmt die Chance bekommen, mit einem Krankenhausmanager zu sprechen.

So kannst du Top-Infos aus erster Hand und nicht nur allgemeine Auskünfte bekommen. Außerdem ist dies eine optimale Möglichkeit, die für dich wichtigen Fragen bezüglich deiner möglichen Studienwahl beantwortet zu bekommen.

Praktika

PraktikaEine weitere Möglichkeit, dir deiner Tendenz zu einem bestimmten Studiengang sicher zu werden, ist das Praktikum. Du kannst dich beispielsweise an verschiedenen Krankenhäusern für ein Praktikum im Gesundheitswesen bewerben.

Generell sind Praktika jederzeit zu empfehlen. Sie ermöglichen dir eine erstklassige Chance auf einen Einblick in das Berufsfeld, das dich interessiert. Dabei kannst du in alle Aufgabenbereiche der Tätigkeit reinschnuppern und so in Erfahrung bringen, ob dir der Beruf weiterhin gefällt, wenn du alle Aspekte – neben den allbekannten – kennengelernt hast. Nur so kannst du herausfinden, ob ein bestimmter Beruf wirklich der richtige für dich ist und ob du in diese Richtung studieren solltest.

Eltern, Freunde, Bekannte als Ratgeber & Helfer

RatgeberWenn du dein (Fach-)Abitur abgeschlossen hast und zwar weißt, dass du studieren möchtest aber noch keine Ahnung hast, welcher Studiengang der richtige für dich ist, werden allerlei Ratschläge aus deinem Umkreis an dich herangetragen.

So passiert es oft, dass Eltern ihren Kindern einen bestimmten Beruf ans Herz legen, da sie ihren Kindern eine sichere Zukunft wünschen, einen Nachfolger für das Familienunternehmen wollen oder Ähnliches – das ist ganz natürlich. Du solltest dir aber dessen bewusst sein, dass du – und nicht deine Eltern (!) – später mit deinem Job zufrieden sein und diesen ausüben musst.

Wir raten dir deshalb: Sieh deine Eltern als Ratgeber. Sie können dir helfend zur Seite stehen, von ihren eigenen und den Bildungswegen von Bekannten und Freunden erzählen, dich eventuell mit Leuten aus verschiedenen Branchen bekannt machen und dich somit auf vieles aufmerksam machen und unterschiedliche Wege aufzeigen.

Freunde und Bekannte von dir und deiner Familie können dabei ebenfalls helfen. Diese können dir eventuell auch wiederum neue Kontakt vermitteln oder dich mit Personen zusammenbringen, die in den Bereichen arbeiten, die dich interessieren. Dabei gilt: Keine Scheu! Es geht schließlich um deine Zukunft und darum, ob du etwas studierst, das dir Spaß macht und du später im Berufsleben zufrieden bist. Wenn du offen und freundlich auf die Leute zugehst, werden sie dir mit Sicherheit ebenfalls so begegnen.

Literatur

Im Printbereich gibt es diverse Ratgeber, die Studierwilligen Anhaltspunkte für die Studienwahl liefern möchten. Dazu gehören vor allem diese drei Bücher:

   
Der große Studienwahltest   Studien- & Berufswahl 2014/2015   Studieren, aber was? Die richtige Studienwahl für optimale Berufsperspektiven.

Die oben gelisteten Bücher liefern dir Informationen zu Studienmöglichkeiten, geben dir einen tiefen Einblick in die zahlreichen Studiengänge und können dir Hilfestellung dabei geben, das richtige Studienfach oder zumindest die richtige Studienrichtung für dich zu finden.

Fazit

FazitWenn du dir Zeit nimmst und dich intensiv mit dem Thema Studienwahl auseinandersetzt, wirst du sicherlich den zu dir passenden Studiengang finden. Nimm alle Recherchemöglichkeiten – ob online, vor Ort, persönlich oder in einschlägiger Literatur – wahr und sammel so viele Infos, wie du für deine Entscheidung benötigst. Daher ist es auch ratsam, sich nicht erst 2 Wochen vor deinem Abschluss mit dem Thema Studienwahl auseinanderzusetzen. So kannst du dann top informiert in die Bewerbungsphasen für deinen Studiengang an den für dich interessanten Hochschulen starten.

Wie eine Bewerbung abläuft und wie du die für dich richtige Hochschule findest, erfährst du in den Artikeln „Die richtige Hochschule finden“ und „Die Studienbewerbung / Einschreibung“.