Fernstudium & Weiterbildung im Gesundheitswesen – Der große Überblick

Fernstudium und Weiterbildung GesundheitswesenSich neben dem Beruf weiterbilden und für neue Aufgaben qualifizieren – das geht mit einem Fernstudium, berufsbegleitenden Abendstudium oder einer Weiterbildung. In dieser Rubrik haben wir dutzende verschiedene Fernstudien- und Fernlehrgänge sowie ausführliche Infos dazu zusammengestellt. Hier ist der ideale Ausgangspunkt für Ihre Weiterentwicklung.



entiwkclung fernstudiumLernen ist ein lebenslanger Prozess – das gilt heute mehr denn je. Ob man die Karriereleiter erklimmen möchte, sich eine verantwortungs- und anspruchsvollere Position wünscht oder einfach nur mehr verdienen möchte: Es gibt zahlreiche gute Gründe für eine Weiterbildung. Allerdings hat nicht jeder die Möglichkeit, sich voll und ganz auf ein Studium oder eine berufliche Fortbildung zu konzentrieren.

Berufliche Verpflichtungen, das Wegfallen des Einkommens oder finanzielle Verantwortung für die Familie können Gründe sein, die gegen die Aufnahmen einer Vollzeit-Weiterbildung bzw. eines Vollzeitstudiums sprechen. Das muss aber nicht heißen, dass man auf diese komplett verzichten muss, denn ein Studium oder eine nicht-akademische Weiterbildung können auch berufsbegleitend absolviert werden.

Fernstudium und WeiterbildungFernlerninstitute oder Abend- und Wochenendeinrichtungen ermöglichen es, Beruf und Weiterbildung miteinander zu vereinen und sich zeitlich flexibel fortzubilden. Im Folgenden stellen wir Ihnen die verschiedenen Fortbildungsarten vor, erläutern, welche Vor- und Nachteile eine berufsbegleitende Weiterbildung mit sich bringt und welche verschiedenen Formen und Möglichkeiten es gibt.


Wissenswert: Akademische und nicht-akademische Weiterbildungen

Fernstudium oder WeiterbildungBesonders im Gesundheitswesen gibt es unzählige Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Der Begriff Weiterbildung ist in diesem Sinne weitgefasst, denn er kann zum Beispiel ein komplettes akademisches Studium bedeuten, aber auch eine berufliche Fortbildung wie eine IHK-Schulung oder einen Zertifikatslehrgang. Ob studierter Gesundheitsmanager mit Bachelorabschluss, TÜV-zertifizierter Medizinprodukteanwender oder DGE-Ernährungscoach – bei diesem vielfältigen Angebot ist es gar nicht so einfach, die richtige Weiterbildung zu finden.

Akademische Weiterbildung (Teilzeit-/ Abend-/ Fernstudium)

Wer Interesse an einer akademischen Fortbildung hat und gerne einen wissenschaftlichen Abschluss machen möchte, der findet zahlreiche Universitäten, Fachhochschulen und Akademien, an denen man seinen Bachelor oder Master berufsbegleitend per Fernstudium, Teilzeitstudium oder Abendstudium erwerben kann. Diese Abschlüsse haben selbstverständlich die gleiche Wertigkeit/ Anerkennung wie ein Bachelor oder Master einer Präsenzuniversität oder -fachhochschule (siehe auch Punkt „Anerkennung„).

TIPPIn unserer Datenbank „Berufsbegleitende Studiengänge im Gesundheitswesen“ finden Sie sämtliche Studiengänge, die als Fern-, Teilzeit- oder Abendstudium in Deutschland angeboten werden.

Ein kleiner Ausschnitt:

Hochschule/ Akademie Studiengang
IUBH Fernstudium
APOLLON Hochschule u.a.

SRH FernHochschule Riedlingen u.a.

IST-Hochschule für Management
FOM Hochschule
Hamburger Fern-FH u.a.

MSB Medical School Berlin


Wichtiges grundlegendes Wissen zu einer berufsbegleitenden Weiterbildung

Fernstudium und WeiterbildungEine berufsbegleitende Weiterbildung ist zuallererst einmal eine Herausforderung – aber eine, die sich langfristig lohnt. Dennoch sollte jedem, der sich für dieses Modell entscheidet, klar sein, dass eine Weiterbildung parallel zum Beruf eine Doppelbelastung darstellt, die nicht zu unterschätzen ist. Konkret bedeutet das: Wenn man von einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommt, muss man sich an seine Unterlagen setzen, Lerneinheiten absolvieren oder Präsentationen und Prüfungen vorbereiten. Freizeit für private Interessen oder Familie und Freunde hat man dieser Zeit meist wenig.

Deswegen sollte man sich vor der Aufnahme einer berufsbegleitenden Weiterbildung genau überlegen, ob man die nötige Motivation und das Durchhaltevermögen mitbringt. Als positiver Anreiz können dabei die vielen Vorteile dienen, die sich langfristig durch eine berufsbegleitende Fortbildung ergeben:

  • Man erwirbt neue berufliche Qualifikationen, ohne dabei sein Einkommen oder seine Stellung zu verlieren,
  • eröffnet sich neue professionelle Perspektiven und
  • stellt wichtige Fähigkeiten wie Disziplin, persönliches Engagement, Organisationstalent und eine hohe Belastbarkeit unter Beweis – alles Eigenschaften, die Arbeitgebern an Mitarbeitern sehr hoch schätzen und die sich bei der Jobsuche positiv auswirken (siehe diese Grafik).

Die zeitliche Flexibilität ist ein weiterer Vorteil, der es den Lernenden ermöglicht, sich nach ihrem eigenen Rhythmus durch den Lehrstoff zu arbeiten und diesen ihren Bedürfnissen und ihrem Zeitplan anzupassen.

Wie Sie sehen, gibt es sowohl Pro- als auch Kontrapunkte, die mit einer berufsbegleitenden Weiterbildung einhergehen. Der hohe zeitliche Aufwand und die Doppelbelastung von Selbststudium und Beruf führen dazu, dass die Abbruchquote höher ist als bei einem Präsenzstudium. Bevor Sie sich also dafür entschließen, eine Weiterbildung zu beginnen, sollten Sie Ihre eigene Motivation hinterfragen und versuchen, sich ehrlich selbst einzuschätzen. Auch ein starker Rückhalt im Familien- und Freundeskreis ist in dieser Zeit wichtig und hilfreich.

TIPPNehmen Sie sich die Zeit, sich ausführlich über die verschiedenen Formen und Durchführungsarten von berufsbegleitenden Weiterbildungen zu informieren, die wir im Folgenden vorstellen, um diepassende Option zu finden.


Unterschiedliche Studienmodelle

Berufsbegleitende Weiterbildungen gibt es nicht nur in Form eines Fernstudiums, sondern auch als Abend- oder Wochenendstudium. Die verschiedenen Modelle ermöglichen es, die Studienform zu wählen, welche sich am ehesten mit Ihren Lebensumständen vereinbaren lässt.

Dabei sollten Sie auch beachten, welche Art von Abschluss Sie anstreben – einen akademischen Grad wie beispielsweise Bachelor oder Master (Fernstudium), einen IHK-Abschluss (Weiterbildung) oder ein Zertifikat (Lehrgang), das Ihnen spezielle Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich bescheinigt. Da liegt nämlich der Unterschied zwischen einem Fernstudium und einer Weiterbildungen oder einem Lehrgang.

Im Folgenden stellen wir die unterschiedlichen Studienmodelle und ihre verschiedenen Durchführungsarten vor.

Ein Fernstudium bzw. Fernlehrgang ist die Form der Weiterbildung, welche die wohl größtmögliche zeitliche und räumliche Flexibilität bietet. Anstatt zusammen mit den Kommilitonen in einem Hörsaal oder einer Schulungsstätte zu lernen, erhalten Sie die nötigen Unterlagen per Post nach Hause geliefert oder rufen sie online ab. Wie und wann Sie sich die Inhalte aneignen, ist dann ganz Ihnen selbst überlassen.

So bietet ein Fernstudium ein Höchstmaß an Vereinbarkeit von Beruf und Studium. Zeitlich flexibel sind auch die Termine, an denen Sie Ihre akademische Weiterbildung beginnen können. Im Gegensatz zu einem Präsenzstudium können Sie ein Fernstudium meist zu jedem beliebigen Zeitpunkt aufnehmen. Selbst Institute, die Starttermine vorgeben, bieten diese mehrmals im Jahr an, so dass die Wartezeit nicht allzu lang wird.

Fernstudium und WeiterbildungDie große zeitliche Flexibilität und das Allein-Lernen bergen allerdings auch ein Risiko – denn ohne einen festen Stundenplan, Kommilitonen und Lehrkräfte, die motivieren, braucht es ein sehr hohes Maß an Selbstdisziplin, um eine Weiterbildung per Fernstudium/ -lehrgang erfolgreich abzuschließen. Die verschiedenen Institute und Hochschulen geben den Zeitaufwand für das wöchentliche Lernen mit ca. 15 bis 20 Stunden an. Wie viel Zeit man tatsächlich investieren muss, ist natürlich auch vom Vorwissen, dem Lerntyp und der individuellen Person abhängig – aber dieser Wert gibt sicher ein realistisches Bild des benötigten Aufwands wider.

Allerdings werden Sie auch im Fernstudium nicht komplett allein gelassen. Die meisten Institute haben Online-Plattformen oder –netzwerke, in denen Sie sich mit anderen Studierenden oder Dozenten austauschen und Fragen stellen können. Wie intensiv die Betreuung konkret ist, hängt allerdings stark vom individuellen Anbieter ab.

Im Fernstudium kommt man allerdings nicht ganz ohne Präsenzveranstaltung aus. So können es zum Beispiel Prüfungen, Seminare oder Projektarbeiten sein, für die Ihre Anwesenheit erforderlich ist. Diese Veranstaltungen finden meist am Wochenende oder in einem wöchentlichen Block statt, damit berufstätige Studierende die Möglichkeit haben, diese in ihren Berufsalltag zu integrieren. Präsenzveranstaltungen bieten darüber hinaus auch eine gute Möglichkeit, sich mit seinen Kommilitonen und den Lehrenden auszutauschen.


Anerkennung von berufsbegleitenden Studiengängen und Weiterbildungen

AnerkennungDurch die Vielzahl an unterschiedlichen Weiterbildungsanbietern und -möglichkeiten im akademischen und im nicht-akademischen Bereich ist es schwierig, eine pauschale Aussage zur Anerkennung zu treffen. Sicherheit bieten deswegen bestimmte Akkreditierungen und Zertifikate. Seriöse Anbieter können durch eben diese nachweisen, dass sie anerkannte Ausbildungsstätten sind, deren Abschlüsse auf dem Arbeitsmarkt auch etwas Wert sind.

Allerdings gilt es zu beachten, dass nicht alle Zertifizierungen die gleiche Wertigkeit haben. Manche Weiterbildungen schließt man mit einem institutseigenen Zertifikat ab, welches auf dem Arbeitsmarkt nur einen geringen Bekanntheitsgrad und somit wenig Signifikanz haben kann. Die Signalwirkung solcher Abschlüsse hält sich bei potentiellen Arbeitgebern dementsprechend teilweise in Grenzen. Im Folgenden stellen wir einige der wichtigsten Zertifikate vor.

Anerkennung akademischer Weiterbildungen

Akkreditunerg Anerkennung Fernstudium GesundheitswesenHochschulen, die einen Bachelor- oder Masterstudiengang anbieten, benötigen eine staatliche Anerkennung durch den deutschen Akkreditierungsrat. Deswegen beauftragen die Bildungsministerien der verschiedenen Bundesländer für die Qualitätssicherung Institute wie zum Beispiel die FIBAA (Foundation for International Business Administration Accreditation) oder die AQAS e. V. (Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen).

Nur die Akkreditierung lässt einen Studiengang auch ein „richtiges“ weltweit anerkanntes Studium sein. Eigentlich alle Hochschulen zeigen die Siegel der Akkreditierung auf ihrer Webseite.


Anerkennung nicht-akademischer Weiterbildungen

Bei den nicht-akademischen Weiterbildungen ist die Vielfalt der Angebote und verschiedenen Institute sogar noch größer als im akademischen Bereich, sodass es unmöglich ist, hier eine umfassende Übersicht zu geben.

Bei Fernlehrgängen gilt zunächst einmal das Gesetz zum Schutz der Teilnehmer am Fernunterricht. Für die Zulassung ist die ZFU (Zentralstelle für Fernunterricht) zuständig. Ein Kriterium für die Zulassung ist zum Beispiel die Überwachung des Lernerfolgs durch eine Betreuungsperson der entsprechenden Einrichtung. Institute, die diesen Service nicht anbieten, haben dementsprechend auch keine Chance auf ein ZUF-Siegel. Auch wenn das nicht zwingend ein Zeichen für schlechte Qualität sein muss, sollte man sich hier dennoch im Vorhinein informieren.

Weitere Anbieter mit auf dem Arbeitsmarkt anerkannten Abschlüssen sind zum Beispiel die Industrie- und Handelskammern (IHK), der TÜV oder die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Bei nicht-akademischen Weiterbildungen bleibt letztendlich nur, sich vor der Aufnahmen einer Weiterbildungsmaßnahme umfassend über den entsprechenden Anbieter zu informieren, Erfahrungsberichte anderer Studierenden einzuholen und zu recherchieren, welchen Grad der Anerkennung die jeweilige Zertifizierung aufweist.


Wie finde ich seriöse Anbieter?

Mit steigenden Berufsgeboten im Bereich des Gesundheitswesens wachsen auch die Angebote an Weiterbildungen – egal ob staatlich, halbstaatlich oder privat. Darunter sind auch immer wieder welche, die nicht wirklich seriös sind oder für das berufliche Vorankommen nichts bringen.

Fernstudium und WeiterbildungStiftung Warentest hat die Qualität der Weiterbildungen im Gesundheitswesen überprüft und kommt zu dem Ergebnis, dass nicht jede Fortbildung auch automatisch zu neuen beruflichen Chancen und Perspektiven führt. So sind für viele Angebote umfassende Vorkenntnisse nötig, worauf die Veranstalter vorher oft nicht ausreichend hinweisen. In anderen Weiterbildungen fehlt hingegen die Vermittlung von essentiellen Inhalten oder es wird nicht ausreichend darüber aufgeklärt, welche Kompetenzen ein bestimmtes Berufsbild mit sich bringt und welche Behandlungen z.B. ausschließlich Ärzten vorbehalten sind.

Tipps, um seriöse Anbieter zu finden


Im Internet finden sich unterschiedliche Quellen, bei denen man Bewertungen von berufsbegleitenden Studiengängen findet, wie zum Beispiel das Forum www.fernstudium-infos.de. Hier kann man sich anhand der Erfahrungen anderer Studenten ein gutes Bild von der Qualität und den Inhalten der Studiengänge machen.