Gesundheit oder Pflege ohne Abitur studieren

Gesundheit Pflege ohne Abitur studierenDu möchtest gerne Pflegewissenschaften, Gesundheitsmanagement oder Gesundheitswissenschaften studieren, hast aber kein Abitur? Das muss nicht unbedingt ein Hindernis sein – denn studieren ohne schulischen Hochschulzugang liegt voll im Trend. Im folgenden Artikel erfährst du, unter welchen verschiedenen Voraussetzungen du auch ohne höheren Bildungsabschluss ein Studium im Bereich Pflege und Gesundheit beginnen kannst.


Ohne Abitur studieren liegt im Trend

Studium ohne Abitur liegt im TrendAuch ohne den Besitz von Abitur oder Fachhochschulabschluss haben immer mehr Berufstätige den Wunsch, ein Studium zu beginnen. Das gilt besonders für den Bereich der Gesundheitswissenschaften und der Humanmedizin, denn diese Fächergruppe konnte zwischen 2010 und 2012 den stärksten Zuwachs an Studierenden ohne Abitur oder FH-Abschluss verzeichnen. Das beweist eine Studie des CHE (Centrum für Hochschulentwicklung), welche ein bereits seit Jahren anhaltendes Wachstum von Studierenden ohne schulischen Hochschulzugang festgestellt hat.

Grundlage für diesen Trend ist die im März 2009 veröffentlichte Empfehlung der Kultusministerkonferenz, die Hochschulen auch für beruflich qualifizierte Bewerber ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung zu öffnen und durchlässiger zu machen. Seitdem ist diese Empfehlung in so gut wie allen Bundesländern umgesetzt worden und hat zu einem stetigen Zuwachs an Studienplätzen geführt, die nicht auf Grund von schulischen, sondern von beruflichen Leistungen vergeben werden. 2012 lag der Anteil von Studierenden ohne Abitur und FH-Abschluss deutschlandweit immerhin schon bei 2,15% – und er nimmt weiter zu. Dabei sind es vor allem die Fachhochschulen und die Institute, die flexible Studienmodelle, wie zum Beispiel Fernstudien anbieten, die sich bei den Studierenden ohne höheren Bildungsabschluss besonderer Beliebtheit erfreuen.




Liste: Hier kann man Gesundheit & Pflege ohne Abi studieren

Eine Komplettübersicht aller Hochschulen, an denen man einen Studiengang wie Gesundheitsmanagement, Pflegewissenschaften oder Pflegemanagement ohne Abi studieren kann, ist kaum möglich, denn mit den weiter unten aufgeführten Zugangsvoraussetzungen kann man mittlerweile an fast jeder Institution studieren. Man sollte daher die passende Hochschule bzw. den passenden Studiengang aus unserer Datenbank heraussuchen und dann gezielt nach den Infos zu den Zulassungsbedingungen suchen.

Hochschule/ Akademie Studiengang Zugangsvoraussetzung
APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft
u.a. Bachelor Gesundheitsökonomie, Pflegemanagement
  • Berufsausbildung/ Berufspraxis mit Einstufungsprüfung oder mind. 2jährige Berufsausbildung und Aufstiegsfortbildung
FOM Hochschule
Bachelor Gesundheits- und Sozialmanagement, Bachelor Gesundheitspsychologie & Pflege
  • Meister im Handwerk oder Aufstiegsfortbildung oder Berufsausbildung und 3 Jahre Berufserfahrung
Hochschule RheinMain
Bachelor Gesundheitsökonomie
  • Fachlich verwandte Berufsausbildung und 3 Jahre Berufserfahrung
Hochschule Weserbergland
Bachelor Gesundheitsmanagement
  • Berufsausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, Altenpfleger, Physiotherapeut oder Ergotherapeut sowie 3 Jahre Berufserfahrung
IST-Hochschule
Bachelor Fitness and Health Management
  • Meister/ Aufstiegsfortbildung oder Ausbildung und 3 Jahre Berufserfahrung
SRH FernHochschule Riedlingen
Bachelor Gesundheitsmanagement
  • Meister/ Aufstiegsfortbildung oder Ausbildung und 3 Jahre Berufserfahrung
Ostfalia Hochschule Bachelor Angewandte Pflegewissenschaften
  • 3jährige Berufsausbildung in Verbindung mit mindestens dreijähriger Berufserfahrung



TIPPMan sieht, dass die Grundvoraussetzung für ein Studium ohne Abitur eigentlich immer entweder eine Aufstiegsfortbildung wie der Meister oder staatlich geprüfte Betriebswirt oder andererseits eine Berufsausbildung mit mehreren Jahren Berufserfahrung ist. Dies gilt nahezu für alle Hochschulen und Studiengänge.


Zugangsvoraussetzungen: So klappt das Studium ohne Abi (z.B. Pflegewissenschaften, Pflegemanagement, Gesundheitsmanagement oder Gesundheitsökonomie)

2. Bildungsweg ohne AbiturDie Schlüsselwörter sind „Hochschulzugang mit beruflicher Qualifikation“. Zwar berücksichtigen noch längst nicht alle deutschen Hochschulen Bewerber ohne Abitur oder Fachhochschulabschluss, aber die Zahl der Institute mit den entsprechenden Angeboten wächst stetig. Dennoch stellen natürlich auch diese Universitäten und Fachhochschulen gewisse Ansprüche an ihre Bewerber und haben deswegen eine Reihe von alternativen Zulassungskriterien festgelegt. So ist eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung mit einem fachlichen Bezug zum gewünschten Studiengang die erste und wichtigste Qualifikation, die ein Bewerber erfüllen muss (für Auszubildende aus einem fachfremden Bereich gelten spezielle Regelungen, die in Punkt 3 näher erläutert werden). Darauf aufbauend gibt es dann verschiedene Wege zum Traumstudiengang.

1.) Zugang über eine berufliche Aufstiegsfortbildung
AufstiegsfortbildungNach dem Ende der Berufsausbildung besteht die Möglichkeit, eine sogenannte Aufstiegsausbildung absolvieren. Beendet man diese erfolgreich mit einem Abschluss, so berechtigt dieser (an den Hochschulen mit einem entsprechenden Angebot) zur prüfungsfreien Zulassung zum Studium. Hier zählen alle Abschlüsse, die man in einer der landesrechtlich geregelten Fortbildungen für Berufe im Gesundheitswesen erwerben kann. Diese müssen in der Regel einen Umfang von mindestens 400 Stunden aufweisen.

2.) Zugang über Berufserfahrung
Ausbildung plus BerufserfahrungHat man seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, so qualifiziert auch eine darauf aufbauende Berufserfahrung von mindestens drei Jahren Dauer für die Aufnahme eines Studiums. Die Tätigkeit muss entweder in dem erlernten Beruf selbst oder in einem der Ausbildung fachlich entsprechendem Beruf abgeleistet werden. Ein Beispiel: Ein gelernter Altenpfleger arbeitet nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung drei Jahre Vollzeit in einem Altenheim und qualifiziert sich so für einen Studienplatz im Bereich der Pflegewissenschaften oder des Pflegemanagements an einer Hochschule mit einem entsprechenden Angebot.

3.) Zugang über individuelle Zulassungsprüfungen oder ein Probestudium
ProbestudiumAuch für Quereinsteiger, deren Ausbildung und berufliche Erfahrung thematisch nicht zum angestrebten Studium passen, gibt es die Möglichkeit, ein Studium im Bereich der Pflege oder der Gesundheitswissenschaften/des Gesundheitsmanagements aufzunehmen. So können sie zum Beispiel zu einem sogenannten Probestudium zugelassen werden, welches in der Regel zwischen zwei und vier Semester lang dauert und die Eignung des Bewerbers für den jeweiligen Studiengang prüfen soll. Ein Probestudium gilt dann als erfolgreich, wenn pro Probesemester mindestens 20 Leistungspunkte nachgewiesen werden können (bei einem Bachelorstudiengang). Da die Zulassungsregelungen im Endeffekt bei den Hochschulen selbst liegen, können diese aber auch alternative Kriterien für die Studienzulassung bestimmen. Das kann zum Beispiel ein individueller Eignungstest oder ein persönliches Motivationsgespräch sein. Erkundige dich am besten immer direkt bei der jeweiligen Hochschule selbst, welche Kriterien diese voraussetzt. Bei der Studienberatung der Institute findest du kompetente Ansprechpartner, die dir sagen könne, ob deine Qualifikation für die Aufnahme eines Studiums ausreichend ist oder nicht.