Duales Studium Gesundheit

Dieser Artikel widmet sich ganz ausführlich einem ganz speziellen Studienmodell: dem dualen Studium im Gesundheitswesen. Erfahre hier, was dahinter steckt, welche Studiengänge dual studiert werden können und was du bei Bewerbung und Co. beachten musst.

Bevor du ein duales Studium im Bereich Gesundheit beginnst, solltest du dich auf jeden Fall ausführlich über die Möglichkeiten informieren. Du kannst nämlich verschiedenste Studiengänge im Gesundheitswesen dual studieren, sie reichen vom dualen Studium Gesundheitsmanagement über das duale Pflegestudium bis zum dualen Studium Physician Assistant.

Setze dich ehrlich mit der Frage auseinander, ob das duale Studium das richtige Studienmodell für dich ist. Denn ja: Ein duales Studium hat viele Vorteile (wie zum Beispiel das Gehalt während des Studiums), aber genauso musst du dich in diesem Modell auch wohl fühlen und in Kauf nehmen, dass der Studienverlauf anders ist als beispielsweise bei einem Vollzeitstudium. Wir wollen dir bei der Entscheidung gerne helfen, indem wir dir die häufigsten Fragen zum dualen Studium beantworten und Erfahrungsberichte von anderen dual Studierenden zur Verfügung stellen.

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Duales Studium: Alle Infos

Was ist ein duales Studium?

Das besondere Merkmal eines dualen Studiums ist der hohe praktische Anteil, der bis zu 50 Prozent der gesamten Studienzeit betragen kann. Deswegen wird das duale Studium zunehmend beliebter, weil sich die gelernten theoretischen Inhalte aus den Vorlesungen zeitnah praktisch anwenden lassen. Denn neben der Zeit an der Hochschule bist du separat in einem Unternehmen angestellt. Wie das funktioniert? Indem Hochschule und Unternehmen miteinander kooperieren und die praktischen und theoretischen Anteile miteinander und aufeinander abstimmen.

Welche Studienmodelle gibt es bei einem dualen Studium?

Die Frage nach dem Studienmodell und dem Verlauf des dualen Studiums hängen eng zusammen. Doch pauschale Richtlinien gibt es nicht, denn auch innerhalb eines dualen Modells gibt es verschiedene Verläufe. Klar ist, dass das duale Studium bei jedem Studiengang Praxis- und Theoriephasen miteinander kombiniert. Aber welche Phase findet wann statt? Wie lange dauern die Phasen? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem ausbildungs- und einem praxisintegrierenden Studium? Ist das nicht alles dasselbe?!

Es ist an der Zeit, einige Begriffe zu klären, die anfangs etwas verwirrend sein können.

Ausbildungsintegrierendes duales Studium

Dieses Studienmodell bietet sich besonders für die pflege-therapeutischen Studiengänge wie Physiotherapie oder Pflege an. Das ausbildungsintegrierende Studium ist sehr beliebt, denn es schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Am Ende des Studiums hast du sowohl einen akademischen als auch einen staatlich anerkannten Abschluss in der Tasche. Also wärst du beispielsweise ein staatlich anerkannter Physiotherapeut, der parallel zu seiner Ausbildung studiert hat. Häufig wird in den ersten drei Jahren die Ausbildung absolviert und dann ein weiteres Jahr für den Bachelorabschluss drangehängt.

Praxisintegrierendes duales Studium

Eine weitere Form ist das praxisintegrierende duale Studium. Diese Form kommt vermehrt vor, wenn es um Management Studiengänge geht, die weniger Praxisbezug zum und am Menschen haben. Deswegen beinhaltet dieses Studienmodell auch keine staatlich anerkannte integrierte Ausbildung, sondern wird allein mit einem Bachelor abgeschlossen. Trotzdem: Während des dualen Studiums bist du in dem Unternehmen angestellt und erhältst wertvolle Einblicke und praktische Erfahrung aus und in den Berufsalltag.

Innerhalb der Studienmodelle, die von der Hochschule und / oder dem Unternehmen vorgegeben sind, gibt es noch bestimmte Zeitmodelle, an denen sich der Verlauf der praktischen und theoretischen Phasen orientiert. Standard sind Block- und Wochenmodell.

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Zeitmodelle

Blockmodell

Im Blockmodell hast du längere Phasen von Theorie und Praxis. Im drei Monats-Rhythmus wechseln diese Phasen sich ab. Das bedeutet, dass du drei Monate an der Hochschule bist, dann drei Monate im Unternehmen und so weiter.

Wochenmodell

Das Wochenmodell ist so konzipiert, dass du an bestimmten Wochentagen im Unternehmen bist und die anderen Tage mit dem theoretischen Anteil an der Hochschule verbringst. So findet der Wechsel regelmäßig statt innerhalb einer Woche statt.

Eine Grafik zeigt verschiedene Studienmodelle eines dualen Studiums

Wir würden dir gerne genau sagen, welcher Studiengang an welcher Uni / in welchem Unternehmen wie abläuft. Doch Dauer und Verlauf des dualen Studiums hängen immer von den beiden genannten ab. Auch die Studiengänge im Gesundheitswesen sind so vielfältig, dass wird es dir auf jeden Fall ans Herz legen, auf den Webseiten der Hochschulen und Unternehmen nachzuschauen. Dort findest du alle wichtigen Infos zu deinem Wunschstudium sowie dessen Verlauf.

Was muss ich bei der Bewerbung beachten?

Möchtest du dich für ein duales Studium im Gesundheitswesen bewerben, brauchst du zwei Dinge: Erstens ein Unternehmen, bei dem du die Praxisphasen durchläufst und zweitens eine Hochschule, die für den theoretischen Lernanteil zuständig ist.

Beim dualen Studium gibt es zwei Wege, dich zu bewerben:

Bewerbung beim Unternehmen

Interessierst du dich für ein besonderes Unternehmen oder einen bestimmten Sektor im Gesundheitswesen, kannst du dich direkt bei Unternehmen bewerben, die ein duales Studium anbieten. Möchtest du dich erstmal von den Angeboten inspirieren lassen, kannst du bei verschiedenen Webportalen wie Wegweiser-Duales-Studium.de allgemein nach dualen Studiengängen suchen.

Der Bewerbungsprozess läuft so wie für eine „normale“ Stellenausschreibung. Überzeugt deine Bewerbung, wirst du zu einem Gespräch eingeladen und du durchläufst gegebenenfalls noch weitere Bewerbungsstufen – zum Beispiel ein zweites Gespräch oder ein Assessment-Center. Ist das Unternehmen von dir begeistert und wählt dich für das duale Studium aus, erhältst du einen Ausbildungsvertrag, mit dem du dich bei der kooperierenden Partnerhochschule einschreiben kannst. Vielleicht hast du dich bereits im Vorfeld ein wenig schlau gemacht? Ist dir aufgefallen, dass, wenn du dich für ein duales Studium an einer Hochschule einschreiben willst, auch tatsächlich in sehr vielen Fällen ein bereits unterschriebener Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen vorliegen muss?

Bewerbung bei der Hochschule

Statt dich direkt bei einem Unternehmen zu bewerben, kannst du auch den Weg über eine Hochschule oder Berufsakademie gehen. Das heißt, du interessierst dich zum Beispiel für das duale Studium Pflege und bewirbst dich an der Hochschule X. Damit die Suche nach einem Unternehmen für dich einfacher ist, hat die Hochschule bereits eine ganze Reihe an kooperierenden Krankenhäusern oder Praxen, bei denen du die Praxisphasen absolvieren kannst. Bewerben musst du dich dort aber trotzdem.

Beginne auf jeden Fall frühzeitig, dich für ein duales Studium zu bewerben – am besten schon während deiner Zeit an der Oberstufe. Denn das neue Ausbildungsjahr startet meistens zum Herbst und bis dahin solltest du "den Sack zugemacht haben". Im schlimmsten Fall musst du bis zum nächsten Jahr auf einen dualen Studienplatz warten. Auf den Seiten der Unternehmen und Hochschulen kannst du die Bewerbungsfristen einsehen, die übrigens nicht einheitlich sind.

Welche dualen Studiengänge im Gesundheitswesen gibt es?

Es können so gut wie alle Studiengänge im Gesundheitswesen dual studiert werden. Wir haben hier einen Auszug der verschiedenen Studiengänge für dich zusammengestellt.

Welchen Studiengang du an welcher Hochschule dual studieren kannst, kannst du mit Hilfe unserer großen Hochschuldatenbank herausfinden. Stöber sie doch einfach mal durch, du wirst sicher deinen dualen Wunschstudiengang finden.

Welche Vor- und Nachteile hat ein duales Studium?

Es ist ja tatsächlich so, dass ein duales Studium immer beliebter wird. Nicht zuletzt dadurch, dass man schon praktische Erfahrungen sammelt und erstes Geld verdient; den Arbeitsalltag kennenlernen, sich gebraucht fühlen und richtig arbeiten. Aber unabhängig davon, was dir von anderen empfohlen oder vorgeschwärmt wird: entscheidend ist, dass auch du mit deiner Entscheidung zufrieden bist und sie vor allem unabhängig getroffen hast. Willst du schon arbeiten? Oder doch lieber ein " richtiges Studentenleben" führen? Es gibt nicht die eine richtige Variante. Was meinst du, warum es so viele verschiedene Studienmodelle gibt?

Vorteile des dualen Studiums

Du verdienst Geld

Ein tolles Gefühl, das wissen wir aus eigener Erfahrung! Und tatsächlich bist du bei einem Unternehmen zum Beispiel als Auszubildender angestellt. Ob du von deinem Gehalt die Studiengebühren zahlen musst oder ob das Unternehmen das separat übernimmt, ist unterschiedlich. Kläre das vorher auf jeden Fall ab, denn das ist der Wermutstropfen: Ja, du verdienst Geld, aber nicht immer ist es so viel, dass du damit ein sorgenfreies Leben führen kannst. Eine Umfrage vom Wegweiser-Duales-Studium.de ergab, dass viele duale Studenten nicht oder nur sehr knapp mit dem Gehalt zurecht kommen. Deswegen: Rechtzeitig informieren!

Du sammelst wertvolle Berufspraxis

Gerade im Bereich Gesundheit und vor allem der Pflege ist praktische Erfahrung enorm wichtig. Für deine zukünftige Arbeit mit und am Menschen wird bloße Theorie kaum ausreichen, um dir wertvolles Wissen zu vermitteln. Und die praktischen Phasen werden dir auch dabei helfen, keinen Praxisschock nach dem Studium zu erleiden. Denn viele frische Berufseinsteiger klagen über lange Arbeitstage, wenig Schlaf, komplette Veränderung des Alltages und so weiter. Dank des dualen Studiums bist du schon längst mit den „Widrigkeiten“ des Berufslebens vertraut.

Mehr als ein Abschluss

So ist es tatsächlich. Nach dem dualen Studium im Bereich Gesundheit hast du nicht nur einen Bachelorabschluss in der Tasche, sondern je nach Studienmodell hast du einen weiteren staatlich anerkannten Abschluss absolviert. Denn die dualen Studiengänge sind meistens ausbildungsintegrierend und ausbildungsbegleitend.

Gute Aussichten auf eine Übernahme

Unternehmen, die duale Studierende einstellen, tun das nicht aus reiner Nächstenliebe. Sie hoffen vielmehr darauf, sich ihren eigenen Nachwuchs heranzuziehen. Nach dem dualen Studium wissen ehemalige duale Studenten genau, wie die Arbeitsabläufe im Unternehmen sind. Eine aufwendige Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters würde also wegfallen. Außerdem haben Unternehmen viel Geld in die Ausbildung der Studenten gesteckt (Gehalt, Studiengebühren und mögliche andere Vergütungen) und somit ein Interesse daran, sie nach dem Studium direkt zu übernehmen. Natürlich ist das keine allgemeingültige Aussage, wenngleich die Chancen auf eine Übernahme gut stehen.

Nachteile des dualen Studiums

Füße hochlegen war gestern

Im Vergleich zum klischeehaften, gleichermaßen wilden wie gemütlichen Studentenleben kannst du dir während des dualen Studiums keinen Larry machen. Im Gegenteil, es wird eher stressig, denn das Pensum verlangt dir viel ab. In kurzer Zeit lernst du sehr viel, schreibst Klausuren, musst aber auch auf der Arbeit gute Leistungen bringen. Wenn du mit solchem Stress nicht gut umgehen kannst, gibt es geeignetere Alternativen für dich, zum Beispiel ein klassisches Vollzeitstudium. Das ist zwar auch stressig, aber dort bist du in erster Linie Student und konzentrierst dich nur auf das Studium.

Ade, typisches Studentenleben

Semesterferien, endlich! Naja … leider nicht für den dualen Studenten. Er muss weiter ganz normal im Betrieb erscheinen und Urlaub beantragen, wenn er frei haben möchte. Die Freizeit ist ohnehin begrenzt, denn ein duales Studium ist zeitintensiv und anspruchsvoll.

Fazit

Die Entscheidung, ob du ein duales Studium beginnen sollst oder nicht, können wir dir nicht abnehmen. Sei bei deinen Überlegungen einfach ehrlich zu dir selbst: Traust du dir zu, diese Doppelbelastung auf dich zu nehmen? Ist vielleicht doch ein Vollzeitstudium im Bereich Gesundheit eine bessere Alternative für dich? Kannst du mit dem Gehalt auskommen? Wenn nicht, wo bekommst du finanzielle Hilfe? Hol dir gerne auch Rat oder eine ehrliche Einschätzung von anderen. Alles zusammen ergibt im besten Fall ein Bild, mit dem du dich identifizieren kannst und deinen Weg gehst.

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Exkurs: Duales Studium Medizin

Vielleicht gehörst du zu denen, die sich fragen, ob man auch Medizin dual studieren kann. Die Antwort darauf lautet nein. Medizin kannst du lediglich als Vollzeitstudium absolvieren, allerdings wirst du auch im Medizinstudium genug praktische Phasen haben. Alle Hochschulen, die ein Medizinstudium anbieten, listen wir dir nachfolgend auf. Wenn du aber unbedingt an einem dualen Studium festhalten möchtest, gibt es Studiengänge im medizinischen Bereich, die wir dir bereits weiter oben aufgelistet haben. Eine gebündelte Übersicht findest du im Artikel "Duales Studium Medizin" auf unserem Partnerportal Wegweiser Duales Studium.

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