Weiterbildungen im Gesundheitswesen

Sich neben dem Beruf weiterbilden und für neue Aufgaben qualifizieren – das geht mit einer Weiterbildung! In dieser Rubrik haben wir viele nützliche Informationen zum Thema Weiterbildungen im Gesundheitswesen zusammengestellt. Hier ist der ideale Ausgangspunkt für deine Weiterentwicklung.

Lernen ist ein lebenslanger Prozess – das gilt heute mehr denn je. Ob man die Karriereleiter erklimmen möchte, sich eine verantwortungs- und anspruchsvollere Position wünscht oder einfach nur mehr verdienen möchte: Es gibt viele gute Gründe für eine Weiterbildung. Allerdings hat nicht jeder die Möglichkeit, sich voll und ganz auf eine berufliche Fortbildung zu konzentrieren.

Berufliche Verpflichtungen, das Wegfallen des Einkommens oder finanzielle Verantwortung für die Familie können Gründe sein, die gegen die Aufnahmen einer Vollzeit-Weiterbildung bzw. eines Vollzeitstudiums sprechen. Das muss aber nicht heißen, dass man auf diese komplett verzichten muss, denn ein Studium oder eine nicht-akademische Weiterbildung können auch berufsbegleitend absolviert werden.

Fernlerninstitute oder Abend- und Wochenendeinrichtungen ermöglichen es, Beruf und Weiterbildung miteinander zu vereinen und sich zeitlich flexibel fortzubilden. Im Folgenden stellen wir dir die verschiedenen Fortbildungsarten vor, erläutern, welche Vor- und Nachteile eine berufsbegleitende Weiterbildung mit sich bringt und welche verschiedenen Formen und Möglichkeiten es gibt.

Weiterbildungen im Gesundheitswesen:
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Berufsbegleitende Weiterbildung

Eine berufsbegleitende Weiterbildung ist zuallererst einmal eine Herausforderung – aber eine, die sich langfristig lohnt. Dennoch sollte jedem, der sich für dieses Modell entscheidet, klar sein, dass eine Weiterbildung parallel zum Beruf eine Doppelbelastung darstellt, die nicht zu unterschätzen ist. Konkret bedeutet das: Wenn man von einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommt, muss man sich an seine Unterlagen setzen, Lerneinheiten absolvieren oder Präsentationen und Prüfungen vorbereiten. Freizeit für private Interessen oder Familie und Freunde hat man dieser Zeit meist wenig.

Deswegen sollte man sich vor der Aufnahme einer berufsbegleitenden Weiterbildung genau überlegen, ob man die nötige Motivation und das Durchhaltevermögen mitbringt. Als positiver Anreiz können dabei die vielen Vorteile dienen, die sich langfristig durch eine berufsbegleitende Fortbildung ergeben:

  • Man erwirbt neue berufliche Qualifikationen, ohne dabei sein Einkommen oder seine Stellung zu verlieren,
  • eröffnet sich neue professionelle Perspektiven und
  • stellt wichtige Fähigkeiten wie Disziplin, persönliches Engagement, Organisationstalent und eine hohe Belastbarkeit unter Beweis – alles Eigenschaften, die Arbeitgebern an Mitarbeitern sehr hoch schätzen und die sich bei der Jobsuche positiv auswirken

Die zeitliche Flexibilität ist ein weiterer Vorteil, der es den Lernenden ermöglicht, sich nach ihrem eigenen Rhythmus durch den Lehrstoff zu arbeiten und diesen ihren Bedürfnissen und ihrem Zeitplan anzupassen.

Wie du siehst, gibt es sowohl Pro- als auch Kontrapunkte, die mit einer berufsbegleitenden Weiterbildung einhergehen. Der hohe zeitliche Aufwand und die Doppelbelastung von Selbststudium und Beruf führen dazu, dass die Abbruchquote höher ist als bei einem Präsenzstudium. Bevor du sich also dafür entschließt, eine Weiterbildung zu beginnen, solltest du deine eigene Motivation hinterfragen und versuchen, dich ehrlich selbst einzuschätzen. Auch ein starker Rückhalt im Familien- und Freundeskreis ist in dieser Zeit wichtig und hilfreich.

Nimm dir die Zeit, dich ausführlich über die verschiedenen Formen und Durchführungsarten von berufsbegleitenden Weiterbildungen zu informieren, die wir im Folgenden vorstellen, um die passende Option zu finden.

Studienmodelle

Berufsbegleitende Weiterbildungen gibt es nicht nur in Form eines Fernstudiums, sondern auch als Abend- oder Wochenendstudium. Die verschiedenen Modelle ermöglichen es, die Studienform zu wählen, welche sich am ehesten mit deinen Lebensumständen vereinbaren lässt.

Dabei solltest du auch beachten, welche Art von Abschluss du anstrebst – einen akademischen Grad wie beispielsweise Bachelor oder Master (Fernstudium), einen IHK-Abschluss (Weiterbildung) oder ein Zertifikat (Lehrgang), das dir spezielle Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich bescheinigt. Da liegt nämlich der Unterschied zwischen einem Fernstudium und einer Weiterbildungen oder einem Lehrgang.

Im Folgenden stellen wir die unterschiedlichen Studienmodelle und ihre verschiedenen Durchführungsarten vor.

Ein Fernstudium bzw. Fernlehrgang ist die Form der Weiterbildung, welche die größtmögliche zeitliche und räumliche Flexibilität bietet. Anstatt zusammen mit den Kommilitonen in einem Hörsaal oder einer Schulungsstätte zu lernen, erhältst du die nötigen Unterlagen per Post nach Hause geliefert oder rufst sie online ab. Wie und wann du dir die Inhalte aneignest, ist dann ganz dir selbst überlassen.

So bietet ein Fernstudium ein Höchstmaß an Vereinbarkeit von Beruf und Studium. Zeitlich flexibel sind auch die Termine, an denen du deine akademische Weiterbildung beginnen kannst. Im Gegensatz zu einem Präsenzstudium kannst du ein Fernstudium meist zu jedem beliebigen Zeitpunkt aufnehmen.

Die große zeitliche Flexibilität und das Allein-Lernen bergen allerdings auch ein Risiko – denn ohne einen festen Stundenplan, Kommilitonen und Lehrkräfte, die motivieren, braucht es ein sehr hohes Maß an Selbstdisziplin, um eine Weiterbildung erfolgreich abzuschließen. Die verschiedenen Institute und Hochschulen geben den Zeitaufwand für das wöchentliche Lernen mit ca. 15 bis 20 Stunden an. Wie viel Zeit man tatsächlich investieren muss, ist natürlich auch vom Vorwissen, dem Lerntyp und der individuellen Person abhängig – aber dieser Wert gibt sicher ein realistisches Bild des benötigten Aufwands wider.

Allerdings wirst du auch im Fernstudium nicht komplett allein gelassen. Die meisten Institute haben Online-Plattformen oder -netzwerke, in denen du dich mit anderen Studierenden oder Dozenten austauschen und Fragen stellen kannst. Wie intensiv die Betreuung konkret ist, hängt allerdings stark vom individuellen Anbieter ab.

Im Fernstudium kommt man nicht ganz ohne Präsenzveranstaltung aus. So können es zum Beispiel Prüfungen, Seminare oder Projektarbeiten sein, für die deine Anwesenheit erforderlich ist. Diese Veranstaltungen finden meist am Wochenende oder in einem wöchentlichen Block statt, damit berufstätige Studierende die Möglichkeit haben, diese in ihren Berufsalltag zu integrieren. Präsenzveranstaltungen bieten darüber hinaus auch eine gute Möglichkeit, sich mit seinen Kommilitonen und den Lehrenden auszutauschen.

Neben dem Fernlehrgang gibt es die Möglichkeit, eine Weiterbildung im berufsbegleitenden Präsenzstudium zu absolvieren. Das gilt sowohl für akademische als auch nicht-akademische Fortbildungen. Anders als beim Fernstudium gibt es hier feste Unterrichtszeiten und eine Anwesenheitspflicht. Je nach Einrichtung finden diese Präsenzveranstaltungen unter der Woche in den Abendstunden oder an den Wochenenden (meist samstags) statt. In intensiven Lernphasen können allerdings auch Blockseminare angesetzt werden, die eine ganze Woche in Anspruch nehmen können. Prüfungen und Projektarbeiten sind bei dieser Studienform ebenfalls vorgesehen.

Im Gegensatz zum Fernstudium sind zwei der größten Vorteile des berufsbegleitenden Präsenzstudiums die Regelmäßigkeit der Veranstaltungen und die Gelegenheit, sich unmittelbar mit seinen Mitstudierenden oder seinen Dozenten austauschen zu können. Alle, die sich alleine nur schwer zum Lernen motivieren können oder Schwierigkeiten haben, sich im Alltag selbst zu organisieren, profitieren von den Strukturen, die die Teilnahme an regelmäßigen Veranstaltungen mit sich bringt. Auch gibt es im Hörsaal beim angeleiteten Lernen weniger Ablenkung und die Regelmäßigkeit der Vorlesungen sorgt für eine kontinuierliche Wissensvermittlung.

Auf der anderen Seite eignet sich ein Studium oder eine Weiterbildung dieser Art nur für Berufstätige mit festen Arbeitszeiten. Wer einen Beruf hat, der Schichtdienste oder ungewöhnliche Arbeitszeiten mit sich bringt (wie es im Bereich der Gesundheitsdienstleistungen oft der Fall ist), der könnte Schwierigkeiten haben, die regelmäßigen Veranstaltungen in seinem Alltag unterzubringen. Ein verständnisvoller Arbeitgeber ist hier ebenfalls hilfreich. Wer abends noch Vorlesungen besucht, der muss meist (über)pünktlich gehen und kann ggf. auch keine Überstunden mehr leisten. Bevor du also ein Abend- oder Wochenendstudium aufnimmst, solltest du dir der Unterstützung deines Arbeitgebers sicher sein. Auch spielt die räumliche Nähe zum Schulungsort durch die Anwesenheitspflicht eine viel größere Rolle als beim Fernstudium. Ein Umzug aus beruflichen oder privaten Gründen ist in dieser Zeit kaum möglich, was die eigene Flexibilität erheblich einschränkt.

Anerkennung von Weiterbildungen

Durch die Vielzahl an unterschiedlichen Weiterbildungsanbietern und -möglichkeiten im akademischen und im nicht-akademischen Bereich ist es schwierig, eine pauschale Aussage zur Anerkennung zu treffen. Sicherheit bieten deswegen bestimmte Akkreditierungen und Zertifikate. Seriöse Anbieter können durch eben diese nachweisen, dass sie anerkannte Ausbildungsstätten sind, deren Abschlüsse auf dem Arbeitsmarkt auch etwas Wert sind.

Allerdings gilt es zu beachten, dass nicht alle Zertifizierungen die gleiche Wertigkeit haben. Manche Weiterbildungen schließt man mit einem instituts-eigenen Zertifikat ab, welches auf dem Arbeitsmarkt nur einen geringen Bekanntheitsgrad und somit wenig Signifikanz haben kann. Die Signalwirkung solcher Abschlüsse hält sich bei potentiellen Arbeitgebern dementsprechend teilweise in Grenzen. Im Folgenden stellen wir einige der wichtigsten Zertifikate vor.

Anerkennung nicht-akademischer Weiterbildungen

Bei den nicht-akademischen Weiterbildungen ist die Vielfalt der Angebote und verschiedenen Institute viel größer als im akademischen Bereich, sodass es unmöglich ist, hier eine umfassende Übersicht zu geben.

Bei Fernlehrgängen gilt zunächst einmal das Gesetz zum Schutz der Teilnehmer am Fernunterricht. Für die Zulassung ist die ZFU (Zentralstelle für Fernunterricht) zuständig. Ein Kriterium für die Zulassung ist zum Beispiel die Überwachung des Lernerfolgs durch eine Betreuungsperson der entsprechenden Einrichtung. Institute, die diesen Service nicht anbieten, haben dementsprechend auch keine Chance auf ein ZFU-Siegel. Auch wenn das nicht zwingend ein Zeichen für schlechte Qualität sein muss, sollte man sich hier dennoch im Vorhinein informieren.

Weitere Anbieter mit auf dem Arbeitsmarkt anerkannten Abschlüssen sind zum Beispiel die Industrie- und Handelskammern (IHK), der TÜV oder die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Bei nicht-akademischen Weiterbildungen bleibt letztendlich nur, sich vor der Aufnahmen einer Weiterbildungsmaßnahme umfassend über den entsprechenden Anbieter zu informieren, Erfahrungsberichte anderer Studierenden einzuholen und zu recherchieren, welchen Grad der Anerkennung die jeweilige Zertifizierung aufweist.

Anerkennung akademischer Weiterbildungen

Hochschulen, die einen Bachelor- oder Masterstudiengang anbieten, benötigen eine staatliche Anerkennung durch den deutschen Akkreditierungsrat. Deswegen beauftragen die Bildungsministerien der verschiedenen Bundesländer für die Qualitätssicherung Institute wie zum Beispiel die FIBAA (Foundation for International Business Administration Accreditation) oder die AQAS e. V. (Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen).

Nur die Akkreditierung lässt einen Studiengang auch ein „richtiges“ weltweit anerkanntes Studium sein. Eigentlich alle Hochschulen zeigen die Siegel der Akkreditierung auf ihrer Webseite.

Wie finde ich seriöse Anbieter?

Mit steigenden Berufsangeboten im Bereich des Gesundheitswesens wachsen auch die Angebote an Weiterbildungen – egal ob staatlich, halbstaatlich oder privat. Darunter sind auch immer wieder welche, die nicht wirklich seriös sind oder für das berufliche Vorankommen nichts bringen.

Stiftung Warentest hat die Qualität der Weiterbildungen im Gesundheitswesen überprüft und kommt zu dem Ergebnis, dass nicht jede Fortbildung auch automatisch zu neuen beruflichen Chancen und Perspektiven führt. So sind für viele Angebote umfassende Vorkenntnisse nötig, worauf die Veranstalter vorher oft nicht ausreichend hinweisen. In anderen Weiterbildungen fehlt hingegen die Vermittlung von essentiellen Inhalten oder es wird nicht ausreichend darüber aufgeklärt, welche Kompetenzen ein bestimmtes Berufsbild mit sich bringt und welche Behandlungen z.B. ausschließlich Ärzten vorbehalten sind. 

Diese drei Tipps helfen dir dabei, seriöse Anbieter zu finden:

Internetportale aufsuchen

Im Internet finden sich unterschiedliche Quellen, bei denen man Bewertungen von berufsbegleitenden Studiengängen findet. Hier kann man sich anhand der Erfahrungen anderer Studenten ein gutes Bild von der Qualität und den Inhalten der Studiengänge machen.

Versteckte Hinweise

Unabhängig davon gibt es aber auch einige Indizien, anhand derer man bereits beim Besuch der Homepage oder der Sichtung des Werbematerials erkennen kann, ob man es mit einem seriösen Anbieter zu tun hat oder nicht. So sind zum Beispiel Vergleichsportale, auf denen man nur Beschreibungen von privaten Hochschulen und Akademien findet, meist keine unabhängige und verlässliche Informationsquelle, denn hier werden oft nur die Institute gelistet, die auch dafür bezahlen. Ein Zeichen für ein seriöses und autonomes Portal ist es, wenn neben den privaten Hochschulen auch viele staatliche Universitäten und Fachhochschulen auf der Seite auftauchen

Auch unseriöse Werbeversprechen und -angebote sollten dich skeptisch machen. „100% Erfolgsquote“ oder „Dieses Angebot gilt nur heute“ sind typische Slogans, die dazu dienen sollen, Interessenten möglichst schnell zum Abschluss eines Vertrags zu drängen. Sie sind oft ein erstes Anzeichen dafür, dass das tatsächliche Angebot nicht mit den versprochenen Leistungen übereinstimmt.

Studienberatung anrufen

Im Zweifelsfall hilft immer auch ein Anruf bei der Studienberatung des jeweiligen Anbieters, denn die Qualität des Services lässt auch erste Rückschlüsse auf die Qualität der Hochschule insgesamt zu. Freundliches und gut informiertes Personal ist ebenso wie die Möglichkeit eines kostenlosen Schnupperstudiums oder eines Tags der offenen Tür ein Zeichen für eine qualitativ hochwertige Institution.

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