Medizinische Informatik Studium

Computergestütztes Operieren, die Abbildung von vitalen Funktionen via CT und EKG, Datenspeicherung mit hohen Sicherheitsstandards und Informationsflüsse effizienter gestalten. Faszinieren dich Informatik und Medizin gleichermaßen? Willst du genau diese Bereiche mitgestalten? Dann erfährst du hier alles, was du zum Studium Medizinische Informatik wissen musst.

Ob Ultraschall, eine Röntgenaufnahme, die Krankenkassenkarte oder die Kostenerfassung und Abrechnung im Gesundheitswesen: Ohne das würde der medizinische Apparat nicht funktionieren. Hinter all diesen komplexen Strukturen der Technik sitzen viele kluge Köpfe, die sich viele Gedanken gemacht haben. Zum Beispiel darüber wie man Abläufe erleichtern, Diagnosen präzisieren oder Daten besser und vor allem sicher erfassen kann. Einer dieser klugen Köpfe könntest du sein!

Im Prinzip fungiert der Medizinische Informatiker als Schnittstelle zwischen Informatik und Medizin. Das Berufsbild des medizinischen Informatikers ist attraktiv und hat zudem fabelhafte Aussichten. Doch wer hier Fuß fassen möchte, braucht sehr gutes Fachwissen und Praxiserfahrung. Ein guter Moment, um hier weiterzulesen, um alles Infos zum Studium Medizinische Informatik zu bekommen.

Wusstest du, dass ...

… der Gesundheitsmarkt mit einem Marktanteil von etwa 10% vor allem Jobmotor, Innovationsgeber und Exportschlager ist?

… wenn dein Auge eine Kamera wäre, es 576 Megapixel hätte? Zum Vergleich: Die Kamera eines iPhones hat lediglich sieben Megapixel.

… das CT als größte Erfindung in der Radiologie seit der Entdeckung der Röntgenstrahlen (1895) gilt?

Medizinische Informatik Studium: Alle Infos

Studieninhalte

Vor einer Tastatur ist ein HTML-Code abgebildetMedizinische Informatik ist ein interdisziplinärer Studiengang, der mehrere Fachgebiete miteinander vereint: Informatik, Medizin und Medizinische Informatik sind selbsterklärend. Dazu kommen noch die Fachbereiche Mathematik, Software Engineering sowie BWL. Die breite Fächerung dient dazu, die verschiedenen Methoden und Werkzeuge für die Informationsverarbeitung in der Medizin einzusetzen: zum Beispiel methodische Entwicklung und Softwareengineering für Diagnose und Therapie oder die Entwicklung neuer Verfahren in den Bereichen Telemedizin und E-Health.

Um dich umfassend auf das Berufsleben vorzubereiten, steht die Medizin als Anwendungsgebiet von Anfang an im Vordergrund. Denn was bringt es dir, wenn du zwar ein Crack in der Informatik bist, dir aber die Grundlagen und das Wissen in den Bereichen Medizin und Gesundheitswesen fehlen? So gehören auch folgende Bereiche zu den Studieninhalten:

  • Das deutsche Gesundheitssystem
  • Anatomie und Physiologie
  • Krankenhausmanagement
  • Medizinische Dokumentation
  • Methoden der medizinischen Informatik
  • Grundlagen der Informatik
  • Datenschutz und IT-Sicherheit im Gesundheitswesen
  • Medizinische Bildverarbeitung

Im Studium Medizinische Informatik lernst du, Probleme zu erkennen, sie zu analysieren und Lösungen zu entwickeln.

Bei deiner Suche nach einem geeigneten Studiengang wird es dir sicher auch helfen, wenn du nach Informatik-Studiengängen suchst. Denn es kommt nicht selten vor, dass du bei einem Informatik Studium den Schwerpunkt bei der Medizinischen Informatik setzen kannst.

Voraussetzungen

Bachelor

  • Abitur (Allgemeine Fachhochschulreife) und Fachhochschulreife
  • Studieren ohne Abiturist mittlerweile an vielen Hochschulen möglich
  • teilweise NC, zum Beispiel Fachhochschule Dortmund WS 2016/17 3,6 (2 Wartesemester) oder 6 Wartesemester (3,6) oder Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg WS 2016/17 3,5 oder 5 Wartesemester. An der Hochschule Mannheim konnten im SS 2017 alle Bewerber zugelassen werden
  • teilweise sollten vor Studienbeginn Praktika in IT-Unternehmen und klinischen Einrichtungen absolviert werden

Master

  • abgeschlossenes Hochschulstudium der Informatik, Medizin oder zumindest – je nach Hochschule – in einem fachverwandten Studium.
  • teilweise erste, einschlägige Berufserfahrung
  • teilweise musst du eine Prüfung ablegen, wenn die Berufserfahrung nicht einschlägig ist
  • teilweise Mindest-Credit-Points von 210 aus Vorstudium
  • Kenntnisse in Mathematik und Statistik
  • teilweise bestimmte Abschlussnote des Bachelorstudiums, zum Beispiel nicht schlechter als 2,5

Persönliche Voraussetzungen

Das Studium Medizinische Informatik ist nicht ohne. Einige Grundvoraussetzungen solltest du auf jeden Fall mitbringen, damit du das Studium – egal ob Bachelor oder Master – erfolgreich abschließen kannst:

  • Mathematisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis
  • Logisch-analytisches Denken
  • Affinität zur Technik
  • Spaß und vertrauter Umgang mit Computertechnologie
  • Kreativität bei Problemlösungen
  • Fähigkeit zu abstrahieren und formalisieren
  • Teamarbeit sowie sprachliche Kompetenz für Präsentationen
  • Den Willen dranzubleiben, wenn‘s kompliziert wird
  • Grundsätzliches Verantwortungsbewusstsein, andernfalls kann es fatale für den Patienten nach sich ziehen

Dauer und Verlauf

Bachelor

Das Bachelorstudium Medizinische Informatik dauert in der Regel sechs bis sieben Semester und schließt mit der Bachelorarbeit und dem Bachelor of Science ab. In den ersten Semestern erwirbst du alle Grundlagenkenntnisse in Informatik, Medizin und Gesundheitswesen. In den höheren Semestern kannst du in den Wahlpflichtmodulen spezifische und bevorzugte Vertiefungsrichtungen studieren. Je nach Hochschule, aber auch abhängig davon, ob du ein duales oder ein Vollzeitstudium absolvierst, werden während des Studiums Praktika oder Praxissemester auf dich warten.

Master

Das Masterstudium Medizinische Informatik dauert in der Regel drei bis vier Semester, im Falle eines selteneren Fernstudiums kann es auch fünf Semester dauern. Das Studium führt die Inhalte in vielen Fällen aus dem Bachelorstudium fort, so dass du dein Wissen und deine Kenntnisse noch weiter vertiefen kannst. Im letzten Semester schreibst du deine Masterarbeit. Der Masterabschluss befähigt dich auch dazu, in der Wissenschaft Fuß zu fassen oder eine Karriere in der Führungsebene im Bereich der medizinischen Softwareentwicklung und Administration anzustreben.

Studienmodelle

Die häufigste Studienform der Medizinischen Informatik ist das Vollzeitstudium, gefolgt vom dualen Studium. In wenigen Fällen kannst du das Masterstudium als Fernstudium oder berufsbegleitendes Präsenzstudium absolvieren. Das ist aber eher die Ausnahme, wie du bei deiner Suche (zum Beispiel in unserer Hochschuldatenbank) feststellen wirst.

Karriere nach dem Studium

Eine Ärztin gibt etwas an einem virtuellen Bildschirm einEntscheidest du dich für ein Medizinische Informatik Studium, hast du als Absolvent hervorragende berufliche Aussichten. Als Medizininformatiker kannst du in allen Einrichtungen des Gesundheitswesens und darüber hinaus auch in der Softwareentwicklung arbeiten. Die beruflichen Perspektiven zum einen so gut, weil der Gesundheitssektor sowie der Bereich der Informatik / Softwareentwicklung zu den umsatzstärksten Wirtschaftszweigen gehören. Zum anderen besteht schlicht und ergreifend ein Fachkräftemangel an qualifizierten Fachkräften in den IT-Abteilungen der Einrichtungen im Gesundheitswesen. Und du könntest eine der qualifizierten Fachkräfte werden! Zum Beispiel in den folgenden Branchen:

  • Krankenhäuser
  • Gesundheitswesen
  • Verbände im Gesundheitswesen
  • Forschung in Industrie und Hochschule
  • Medizintechnik-Industrie
  • IT-Branche / Software-Unternehmen

Zwei Hände tippen auf eine Tastatur, um zu programmierenZu deinen Aufgaben zählen natürlich Software-Entwicklung, Projektmanagement, IT-Beratung (deswegen sollte an dieser Stelle das Klischee vom Nerd, der den ganzen Tag in dunklen Räumen sind, ganz schnell ausgeräumt werden), Vertrieb und Support. Aber was macht man da eigentlich? Ist bisher nicht alles etwas schwammig geblieben? Hier haben wir mal einige konkrete Aufgabenbeschreibungen für dich:

  • Du entwickelst die Struktur einer medizinischen Datenbank (zum Beispiel für Krankenhausadministration oder Patientenmanagement)
  • Du informierst über klinische IT-Projekte
  • Du schulst die Anwender eines neuen Krankenhaus-Informationssystems
  • Du programmierst den Quellcode für eine Diagnosesoftware
  • Du erstellst Programme für medizinische Anwendungen im Bereich der Diagnose und Therapie (CT, MRT, EEG, EKG, etc.)
  • Mit deiner Arbeit ermöglichst du die Kommunikation von verschiedenen Teams und Abteilungen zum Beispiel von Daten- und Informationsaustausch
  • Dank deiner Arbeit sind die Patientendaten in den Netzwerken des Gesundheitswesens geschützt vor unerwünschten Zugriffen
  • Auch im OP ist deine Arbeit unverzichtbar, denn Daten sind überall: bildgebende Verfahren, Überwachung der vitalen Funktionen des Patienten sowie Steuerung der Operationstechnik bei komplizierten Eingriffen

Zu deinen grundsätzlichen Aufgaben gehört es, Umstände, Situationen und Gegebenheiten zu beobachten und zu verbessern. Du wertest aus und aufgrund dieser Auswertung entwickelst du bessere Verfahren, die vereinfachen, anpassen oder optimieren. Dafür musst du eng mit Ärzten zusammen arbeiten.

Gehalt

Es ist immer schwer eine allgemeine, verbindliche Aussage über das Gehalt zu machen, auch beim Gehalt eines Medizininformatikers. Denn wie immer hängt das Gehalt von Faktoren wie deinen Erfahrungen, der Branche, der Größe des Unternehmens, des Bundeslandes und weiteren Gegebenheiten ab. Aber eine gute Nachricht haben wir: Als Informatiker gehörst du grundsätzlich zu der besser verdienenden Berufsgruppe. Ein Blick bei Gehalt.de zeigt, dass die Gehaltsspanne von Minimum 2900 Euro brutto bis zu gut 5900 Euro brutto im Monat reicht. Wenn das keine guten Aussichten sind. Also ran ans Studium!

War dieser Text hilfreich für dich?

5,00 /5 (Abstimmungen: 3)

Kommentare

Spamschutz: Schreibe das Wort "gesundheit":

Weiterempfehlen

Wenn dir unser Angebot gefällt, freuen wir uns über eine Empfehlung!

Schließen

Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de

Schließen

Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de