Erfahrungsbericht: Bachelor und Master Gesundheitsökonomie an der Universität Bayreuth

Wir haben hier auf unserem Studienführer viele Studiengänge aus dem Gesundheitswesen sehr ausführlich beschrieben und einen Überblick der Studieninhalte und Studienmöglichkeiten gegeben. Aber was sagen eigentlich diejenigen zu ihrem Studium, die es am besten wissen müssen – die Studierenden und Absolventen? Wir haben Erfahrungsberichte eingeholt und können so Einblicke direkt in den Studiengang ermöglichen

Für den nachfolgenden Erfahrungsbericht konnten wir Florian gewinnen. Er hat an der Uni Bayreuth den Bachelor Gesundheitsökonomie abgeschlossen und direkt den passenden Master drangehängt. Für uns berichtet er ausführlich aus dem Studiengang.

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Erfahrungsbericht von Florian

Darum habe ich mich für diesen Studiengang entschieden:

Das Programm und die Reputation der Universität haben mich sehr neugierig gemacht. [...] Das Gesamtpaket hat mich schließlich überzeugt.

Im Vorfeld des Studiums der „Gesundheitsökonomie“ an der Universität Bayreuth habe ich eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger gemacht. Durch Internetrecherche bin ich auf die Universität Bayreuth und auf den Studiengang gestoßen. Das Programm und die Reputation der Universität haben mich sehr neugierig gemacht.

Durch den ersten persönlichen Kontakt – das Eignungsfeststellungsverfahren – konnte ich mir die Stadt und die Uni anschauen. Das Gesamtpaket – kleine Uni mit kurzen Wegen, interessanter und vielseitiger Studiengang und engagierte Mitarbeiter und motivierte Kommilitonen – hat mich schließlich überzeugt. Die Begeisterung für den Studiengang und die Uni hält auch nach über vier Jahren Studium weiter an.

So läuft mein Studium ab:

Generell wird im Master-Studium sehr viel Eigeninitiative gefordert, was sich durch viele Gruppenarbeiten ausdrückt, zwei Seminararbeiten, viele von Studierenden gehaltene Vorträge und weitere Modular-Prüfungen (Prüfungen, die sich aus mehreren Teilleistungen zusammensetzen).

Der Bachelor dauert regulär sechs Semester und ist in den Grundlagen vergleichbar mit einem klassischen VWL- oder BWL-Studium organisiert. In den ersten Semestern ist es deshalb eine relativ große Studierendengruppe (je nach Fach > 800 Hörer in einzelnen Vorlesungen), in den Spezialisierungsveranstaltungen pendelt sich das im Bachelor auf ca. 50-70 Studierende ein. Die Übungsgruppen sind deutlich kleiner mit Gruppengrößen, die zwischen 10 und 70 Studierenden variieren.

Es gibt drei Schwerpunkte im Studium: Gesundheitsökonomie (die volkswirtschaftliche Betrachtungsweise des Gesundheitswesens), die Gesundheitswissenschaften/Public Health und das Gesundheitsmanagement (betriebswirtschaftliche Grundlagen im Gesundheitswesen/ Krankenhausmanagement).

Es gibt im Bachelor-Studium (und vor allem im Master-Studium) die Möglichkeit ins Ausland zu gehen (z.B. nach Spanien oder Dänemark, speziell im GÖ-Bereich oder alle anderen WiWi-Partner-Universitäten). Es sind zwei Praktika vorgeschrieben: Eines in der Patientenversorgung vor dem Studium (acht Wochen) und ein zweites während des Studiums, welches außeruniversitär im Managementbereich erfolgt und mindestens neun Wochen dauert.

Das Master-Studium ist auf vier Semester angelegt und vertieft die Inhalte aus dem Bachelor-Studium. Durch ein Ergänzungsmodul ist es möglich, sich weitere Veranstaltungen auch aus anderen (wirtschaftswissenschaftlichen) Studiengängen anrechnen zu lassen oder es für einen Auslandsaufenthalt (z.B. an den US-amerikanischen Partneruniversitäten) zu nutzen. Im Gesundheitsmanagement-Modul standen in meinem Fall bspw. „Havard Case Studies“ im Zentrum und weniger theoretisch, methodisch-technisch oder abstrakte Inhalte. Generell wird im Master-Studium sehr viel Eigeninitiative gefordert, was sich durch viele Gruppenarbeiten ausdrückt, zwei Seminararbeiten, viele von Studierenden gehaltene Vorträge und weitere Modular-Prüfungen (Prüfungen, die sich aus mehreren Teilleistungen zusammensetzen).

Studierende, die von anderen Hochschulen kommen, müssen damit rechnen, dass sie sogenannte „Auflagenfächer“ belegen müssen. D.h., sie müssen Fächer aus dem Bachelor-Studium nachholen, die als Voraussetzung bzw. Bedingung für eine Zulassung angesehen werden. Diese – bis zu vier – Auflagenfächer werden individuell festgelegt.

Generell besteht die Möglichkeit, neben dem vorgesehenen Veranstaltungsprogramm auch auf freiwilliger Basis weitere Veranstaltungen aus der VWL und der BWL zu besuchen, wodurch das eigene Profil stärker geprägt werden kann. Im Master können diese nach Rücksprache mit dem Studiengangsmoderator auch im Ergänzungsmodul eingebracht werden. Das kann zum Beispiel eine Vertiefung in empirischer Wirtschaftsforschung, mikroökonomischer Theorie oder auch im Bereich des Managements oder der Unternehmensrechnung (Finance, Accounting, Controlling, Taxation) sein.

Neben dem eigentlichen Studium gibt es an der Universität den AKGM e.V. (Arbeitskreis für Gesundheitsökonomie und -management e. V.). Hierbei handelt es sich um eine hochengagierte studentische Initiative. Der AKGM ist sowohl eine Interessenvertretung der Gesundheitsökonomie-Studenten, als auch Organisator vieler studienergänzender Aktionen: Exkursionen zu Unternehmen und Institutionen des Gesundheitswesens (Pharmahersteller, Krankenhäuser, Medizinproduktehersteller, …), Vorträge und Workshops an der Universität Bayreuth, Organisation der GÖ-Parties. Darüber hinaus agiert der AKGM auch als (Alumni-)Netzwerk.

Diese Interessen und Fähigkeiten sollte man für den Studiengang mitbringen:

Gerade ein Interesse am (deutschen) Gesundheitswesen und den Entwicklungsmöglichkeiten sollte deutlich ausgeprägt sein. Da das Studium sehr generalistisch geprägt ist, kommt man mit vielen Themen in Kontakt.

Das Wichtigste für das Studium ist eine Affinität sowohl für gesundheitsbezogene als auch für wirtschaftswissenschaftliche Themenbereiche. Gerade ein Interesse am (deutschen) Gesundheitswesen und den Entwicklungsmöglichkeiten sollte deutlich ausgeprägt sein. Da das Studium sehr generalistisch geprägt ist, kommt man mit vielen Themen in Kontakt. Auf dieser fundierten Basis ist eine Einarbeitung in Spezialthemen gut möglich.

Da die Gesundheitsökonomie und auch die Gesundheitswissenschaften, ähnlich wie die Ökonomie im allgemeinen, immer „technischer“ – im Sinne von mathematisch formaler – wird, sind gute mathematische Vorkenntnisse wichtig.

Die Fragestellungen innerhalb des Studiums sind sehr vielseitig: Welchen Einfluss hat der Wettbewerb im Krankenhausmarkt auf die Qualität und den Zugang zur Versorgung? Wie kann der Nutzen eines Arzneimittels bewertet werden? Wie kann ein Krankenhaus seine Prozesse innerhalb des Krankenhauses und auch in Zusammenarbeit mit externen Partnern optimal managen? Wie sollte ein Leistungserbringer vergütet werden, damit er ausschließlich im Sinne des Patienten handelt? Wie sollte eine Krankenversicherung ausgestaltet sein, dass Patienten auf der einen Seite optimal versichert sind, auf der anderen Seite jedoch auch ein effizienter Einsatz der Ressourcen sichergestellt ist? Werden medizinische Maßnahmen unterschiedlich bewertet, in Abhängigkeit davon, wer davon profitiert? Welche Probleme ergeben sich bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen und welche Chancen tun sich auf? Welche gesellschaftlichen Entwicklungen haben Einwirkungen auf die Gesundheit und das Gesundheitswesen? Wie kann die Therapietreue von organtransplantierten Kindern und Jugendlichen verbessert werden und ein selbstbewusster Umgang mit der eigenen Erkrankung erlernt werden? Nach welchen Kriterien treffen Menschen Entscheidungen in Bezug auf Ihre Gesundheit?

Durch die Größe der Universität haben die Studierenden schon relativ früh auch guten und engen Kontakt zu den wissenschaftlichen Mitarbeitern und auch zu den Professoren. Viele Kommilitonen arbeiten auch an der Universität als studentische Hilfskraft oder Tutor. Im Rahmen dessen ist es engagierten Studierenden bereits während des Studiums möglich unmittelbaren Einblick in die Forschung zu erhalten und auch in Forschungsprojekte einbezogen zu werden. Hierdurch konnte ich selbst schon an Publikationen mit unterschiedlichen Professoren mitwirken.

An der ganzen Fakultät sind Forschungsprojekte im Bereich des Gesundheitswesens zu finden, wodurch Studierenden die Möglichkeit haben, sich in vielfältiger Art und Weise dabei einzubringen.

Auf diese Berufe bereitet mein Studium vor:

Der Einsatz eines Gesundheitsökonomen Bayreuther Prägung ist ebenso vielfältig wie das Studium selbst. Durch die gute Systemkenntnis und die Fähigkeit, die Interdependenzen zu analysieren, sind Gesundheitsökonomen vor allem dort gefragt, wo sich Dinge im System entwickeln: in der Beratungsbranche, in Krankenhauskonzernen und Krankenhäusern selbst, bei gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen, in der Pharmaindustrie sowie in der Medizintechnik- und –produkteindustrie, bei Organisationen und Verbänden sowie in staatlichen Institutionen und Organen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen; nicht zuletzt in der Forschung und Lehre.

Da es sich um ein universitäres Hochschulstudium handelt, ist es keine Berufsvorbereitung im engeren Sinne. Es handelt sich vielmehr um eine wissenschaftliche Qualifikation auf hohem Niveau. Es liegt natürlich eine hohe Verantwortung auf jedem Studierendem selbst, das für sich Beste daraus zu machen und seinen Präferenzen zu folgen.

Florian, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten und deine wertvollen Erfahrungen an die Studieninteressenten weitergibst!

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