Gibt es einen Unterschied zwischen Gesundheitsökonomie und -management?

Gesundheitsökonomie, Gesundheitsmanagement, Medizinökonomie, Health Economies, Gesundheitswirtschaft – BWL-lastige Studiengänge im Gesundheitswesen haben viele verschiedene Namen. Aber gibt es, außer den Bezeichnungen, auch noch Unterschiede? Wir haben recherchiert!

Ein Mann hält ein Ringbuch in beiden Händen, auf dem ein großes Fragezeichen gemalt ist.Wer sich das erste Mal mit einem wirtschaftlich ausgerichtetem Studium aus dem Bereich der Gesundheit beschäftigt, der wird erstaunt sein, wie viele verschiedene Studiengänge mit unterschiedlichen Bezeichnungen es gibt, die aber irgendwie doch alle den gleichen Inhalt haben. Welcher Studiengang sich dabei konkret mit welchen Inhalten beschäftigt und wie diese im Einzelnen gegeneinander abzugrenzen sind, ist dabei nicht immer sofort klar und sorgt erstmal für Verwirrung. Um etwas Licht in den Dschungel der gesundheitsökonomischen Studiengänge zu bringen, erläutern wir, was sich hinter den einzelnen Bezeichnungen genau verbirgt. Welche Unterschiede gibt es zwischen Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement und welche Gemeinsamkeiten bestehen?

Theorie und Praxis

Von den oben genannten Bezeichnungen sind die Gesundheitsökonomie und das Gesundheitsmanagement die am häufigsten verwendeten Namen für einen medizinisch-wirtschaftlich ausgerichteten Studiengang. In der Theorie lassen sich beide Begriffe auch noch recht eindeutig voneinander differenzieren:

Gesundheitsökonomie

Die Gesundheitsökonomie ist eine fachübergreifende Mischung aus Elementen der VWL und der Gesundheitswissenschaften, die sich schwerpunktmäßig mit den volkswirtschaftlichen Aspekten des Gesundheitswesens beschäftigt.

Es geht um das Angebot und die Nachfrage von Gesundheitsdienstleistungen in der Bevölkerung, die gerechte Verteilung von Leistungen in der Gesellschaft sowie die Balance zwischen medizinischer Wirksamkeit und ökonomischer Effizienz.

Gesundheitsmanagement

Das Gesundheitsmanagement hingegen legt den Fokus stärker auf betriebswirtschaftliche Themen. Hier stehen Inhalte wie Controlling, Rechnungswesen, Organisation, Projektmanagement oder Personalführung im Mittelpunkt.

Natürlich werden die volkswirtschaftlichen Inhalte dabei nicht ganz außer Acht gelassen, aber dieses Wissen spielt im Gesundheitsmanagement eher eine untergeordnete Rolle.


Die Praxis macht den Unterschied

Gesundheitsökonome sind dabei, Daten auszuwerten.In der Praxis ist es hingegen deutlich schwieriger, beide Begriffe klar gegeneinander abzugrenzen und den Unterschied zu erkennen. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Hochschulen sie sehr frei und individuell verwenden. So finden sich zum Beispiel Studiengänge mit dem Titel „Gesundheitsökonomie“, welche den inhaltlichen Schwerpunkt auf betriebswirtschaftliche Themen setzen, während gleichzeitig so mancher Gesundheitsmanagement Studiengang eine sehr breite thematische Ausrichtung aufweist, die weit über die klassische BWL hinausgeht. Manche Hochschulen bieten sogar Studiengänge an, welche beide Bezeichnungen parallel im Namen führen.

Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, sich den konkreten Studienverlaufsplan der jeweiligen Hochschule genau anzusehen. Dieser findet sich auf der Homepage des entsprechenden Instituts und kann Aufschluss darüber geben, wie die jeweilige Uni oder FH die Begriffe Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie konkret auslegt.

Das gleiche gilt auch für die Studiengänge Health Economics, Medizinökonomie und Gesundheitswirtschaft. Auch wenn der Fokus hier ebenfalls eher auf den betriebswirtschaftlichen Themenbereichen liegt, variieren die konkreten Inhalte doch von Hochschule zu Hochschule. Auch hier gilt deswegen: Am besten direkt bei der jeweiligen Hochschule Informationen zum Wunschstudiengang anfordern und sich genau informieren, ob das Angebot zu den eigenen Interessen und Zielen passt.

Andere Abschlussarten

Gesundheitsmanager sehen sich Statistiken an.Ebenfalls beachten sollte man die Tatsache, dass je nach Hochschule nicht nur der Inhalt der Studiengänge, sondern auch die Art des Abschlusses variiert. Denn während manche Absolventen eines Gesundheitsökonomie Studiengangs die Hochschule mit einem Bachelor of Arts oder Master of Arts verlassen, schließen andere einen Studiengang gleichen Namens mit dem Bachelor of Science oder Master of Science ab.

Welchen Abschluss man nachher in der Tasche hat, hängt dabei vor allem von der Art der Hochschule ab. So vergeben die eher praxisorientierten FHs meistens den B.A. oder M.A., während die eher auf die Wissenschaft und Theorie fokussierten Universitäten in der Regel den Titel B.Sc. oder M.Sc. verleihen.

Auf dem Arbeitsmarkt spielt das allerdings keine Rolle, denn beide Abschlüsse sind gleichwertig und verweisen lediglich auf kleine inhaltliche Unterschiede im Studienverlaufsplan. Letztendlich stehen den Absolventen also die gleichen Berufsfelder und Karrierewege offen.

Fazit

Für das Berufsleben macht es kaum einen Unterschied, welchen Studiengang man wählt. Dafür sind die Unterschiede zwischen Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie bei den meisten Studiengängen zu gering. Nur eine Ausnahme gibt es: Wer zukünftig gerne zum Thema Gesundheit forschen möchte, der sollte sich entweder für ein Studium der Gesundheitswissenschaften entscheiden oder für die Gesundheitsökonomie mit entsprechenden forschungsaffinen Schwerpunkten.

Einblicke direkt in die verschiedenen Berufe von Gesundheitsmanagern und Gesundheitsökonomen kannst du dir übrigens auch direkt bei uns holen. Und du wirst sehen, dass die Arbeitsfelder teilweise nah beieinander liegen. In unseren Interviews haben sie uns Rede und Antwort gestanden.

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